Die im Juli dieses Jahres erstmalig in Österreich stattfindenden U23- Europameisterschaften sind vom Ringer-Weltverband United World Wrestling, UWW, abgesagt worden. Wie es in einer Pressemitteilung des ÖRSV heißt, gebe es drei triftige Gründe:

Die Kontinentalwettkämpfe können aufgrund der derzeit gültigen Reisebeschränkungen nicht durchgeführt werden. Durch die Beschränkungen der österreichischen Bundesregierung ist bis jetzt eine Vorbereitung der Ringer nicht möglich, da bis Mitte August kein Mattentraining zulässig ist. Problematisch sei auch, dass bei den kontinentalen Titelkämpfen keine Zuschauer und Sponsoren dabei sein dürfen.

Im Jahr 2017 hat U23 EM GmbH mit der Vorbereitung für das Großereignis begonnen. Von Anfang an eng eingebunden war die Sportgemeinde Wals-Siezenheim unter der Führung von Bürgermeister Joachim Maislinger. Die Zusammenarbeit nahm ständig Fahrt auf. Das Land Salzburg, vertreten durch Sportlandesrat Stefan Schnöll, war ebenfalls als Partner der ersten Stunde dabei. Auch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, repräsentiert durch Sektionschef Philipp Trattner, das seit Jahren die Durchführung einer solchen Veranstaltung forcierte, bekannte sich zum Projekt und bestätigte substanzielle finanzielle Unterstützung. Durch die Übernahme der Schirmherrschaft von „Kaiser“ Franz Beckenbauer bekam die U23-EM ein internationales, sportartübergreifendes Flair, für das Ringen eine wohl einzigartige Situation. Beim Wettbewerb um die Vergabe in Budapest 2018 konnten Ringernationen wie Schweden (Stockholm), Bulgarien (Sofia) und Türkei (Istanbul) hinter sich gelassen werden. Mit einer Kernmannschaft von über 50 freiwilligen Helfern wurde ein Konzept mit dem hervorstechenden Motto „Von Ringer für Ringer“ entwickelt, bei dem speziell die Sportler im Mittelpunkt standen.  Die Unterbringung war in Vier Sterne-Hotels in Wals-Siezenheim organisiert worden. Diese kurzen Wege zwischen Wettkampfstätte und Hotels hat es bisher bei Großveranstaltungen so noch nicht gegeben. Die freie Benutzung der Buslinien in Wals-Siezenheim und Salzburg, das Public Viewing mit bis zu 2000 Besuchern in der Stieglbrauerei und die Sonderrabatte für Sportler und Trainer im Designer Outlet Center in Wals wären einmalig gewesen.

Eine Eröffnungsfeier im angrenzenden Bundesheergelände, mit Einbindung der Sport- und Traditionsvereine aus Wals-Siezenheim sowie drei Musikkapellen, sollte einer kleinen Ausgabe einer Eröffnungsfeier bei Olympischen Spielen gerecht werden. In der angrenzenden Jugendherberge Walserfeld wäre das Pressecenter, die Akkreditierung, die Bewirtung und eine Chill-out Area für Sportler und Trainer eingerichtet worden. Durch die Unterstützung von Red Bull hätten die Sportler eine außergewöhnliche Anerkennung der Sportart Ringen und dadurch ihren berechtigten Stellenwert bekommen. Das Organisations-Komitee-Team hat ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro auf die Beine gestellt und der Finanzplan war eine Woche vor Ausbruch der Corona-Krise und den von der Regierung getroffenen Maßnahmen zu 95 Prozent trotzdem gesichert. Durch die Absage des Ringer-Weltverbandes, basierend auf den Maßnahmen der Bundesregierung, ist das OK-Team mit bereits im Vorfeld getätigten Kosten in Höhe von 160.000 Euro konfrontiert, die nicht durch Einnahmen der Veranstaltung abgedeckt werden können.

Nach drei Jahren Einsatz, Willensbereitschaft, unzähligen freiwilligen Stunden, muss das OK-Team nun versuchen, den Verlust zu minimieren und ist hier bereits an die diversen öffentlichen Stellen und Sponsoren herangetreten um dort für den unverschuldeten Ausfall Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Der Österreichische Ringsportverband und der A.C. Wals möchten sich für den Einsatz und der Hilfestellung der Salzburger Landesregierung, bei Sportlandesrat Stefan Schnöll und bei der Sportgemeinde Wals-Siezenheim, besonders bei Bürgermeister Joachim Maislinger, vorerst recht herzlich bedanken. Bei den von der österreichischen Bundesregierung zur Verfügung gestellten Sportförderfonds, Härtefonds oder anderen der Bundesregierung für COVID 19-Opfern eingerichteten Stellen wird versucht ein Teil des Abganges abzudecken.
Bedauerlicherweise konnte man trotz großartiger Unterstützung der Sport Austria Bundessport-Organisation, unter Führung von Präsident Hans Niessl, mit dem österreichischen Sport-Ministerium bis dato keinerlei Einigung zur Unterstützung in dieser schwierigen Zeit erzielen, eine sehr bittere und traurige Situation. Ob die ersten U23-EM Titelkämpfe in Österreich noch einmal im Sportjahr 2022 durchgeführt werden, hängt von einer fixen finanziellen Zusage der Bundesregierung und einer neuerlichen Zusage des Ringer-Weltverbandes ab.

Das Team der U23-EM:  (v.l.n.r. ÖRSV-Vize-Präsident Josef Schnöll, Bürgermeister Joachim Maislinger, Laschenskyhof-Chefin Lydia Hauthaler, ÖRSV Präsident Mag. Thomas Reichenauer, OK-Chef Toni Marchl) Foto: ÖRSV