Mit den Europameisterschaften im russischen Kaspiisk steht für die Ringerinnen und Ringer des Deutschen Ringer-Bundes der erste Jahres-Höhepunkt des Jahres im Terminkalender.  Die Bundestrainer Patrick Loes (Frauen), Michael Carl (Männer, griechisch-römischer Stil) und Jürgen Scheibe (Männer, freier Ringkampf) nutzten internationale Wettkämpfe, um sich auf die Nominierung ihrer Teams festzulegen. Für die deutschen Ringer-Frauen war das Dan-Kolov-Turnier in Sofia (BUL) eine wichtige Nominierungshürde, die Griechisch-Römisch-Spezialisten qualifizierten sich bei den Thor Masters in Dänemark für die kontinentalen Titelkämpfe,. Jüngst legte sich auch Freistil-Trainer Jürgen Scheibe beim Internationalen Turnier im polnischen Bialogard auf seine Auswahl für Kaspiisk fest.

Die Wettkämpfe in Kaspiisk beginnen am Montag, 30. April mit den ersten Gewichtsklassen im griechisch-römischen Stil. Am Mittwoch, 2. Mai, greifen auch die Frauen ins Wettkampfgeschehen ein, die Freistilspezialisten setzen an den letzten Tagen den Schlusspunkt hinter die Titelkämpfe.

Die Region um Makhachkala und Kaspiisk ist berühmt für ihre gute Freistilschule, vor allem der erst 22-jährige Abdulrashid Sadulaev gilt als eine der größten Sportgrößen Russlands, wo Ringen zu den Nationalsportarten gehört. Der Olympiasieger von 2016 in Rio sammelte bereits mehrere Weltmeistertitel im Kadetten- und Juniorenbereich, bei den Männern feierte Sadulaev 2014 in Taschkent seinen ersten Weltmeistertitel, den er 2015 in Las Vegas (USA) verteidigen konnte. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in Paris (FRA) unterlag der russische Ringer gegen Kyle Snyder (USA) im hochstilisierten ‘Kampf des Jahrhunderts’ und holte damit hinter dem US-Amerikaner WM-Silber. Dies war zugleich die erste Niederlage Sadulaevs im Männerbereich überhaupt.

Bei den Europameisterschaften in Kaspiisk gibt es neben einigen Regeländerungen, die vor allem den griechisch-römischen Stil betreffen, auch Neuerungen im Wettkampfablauf. So werden zunächst die Qualifikationskämpfe bis hin zum Halbfinale ausgetragen, am Tag darauf finden nach nochmaligem Wiegen, am Vormittag die Hoffnungsrunden- und am Abend die Kämpfe um Titel und Medaillen statt.