Der Kampf um Platz zwei in der Südost-Staffel der DRB-Bundesliga ist wieder offen. Zum Rückrundenauftakt haben die Grizzly Nürnberg im fränkisch-bayerischen Duell den SV Siegfried Hallbergmoos knapp mit 15:11 bezwungen. Die Norisstädter rücken damit bis auf zwei Zähler an die Oberbayern heran. „Wir hatten nicht nur ein volles Haus, sondern auch eine großartige Stimmung“, sagt Coach Matthias Baumeister.

Dabei sah es im ersten Durchgang ganz und gar nicht nach einem Erfolg der Grizzlys aus. Im leichtesten Limit standen sich Tolgahan Karatas und der Anders Rönningen gegenüber. Obwohl der Türke in den Diensten der Nürnberger der aktivere Ringer war, kassierte er nach einer 1:0-Führung eine unglückliche Viererwertung. Karatas holte zwar im weiteren Kampfverlauf noch eine Einserwertung, gab letztendlich unglücklich diese Begegnung ab. Ohne Chance war Akhmed Bataev gegen Richard Csercsics im Schwergewicht. Knapp 20 Kilogramm trennten beide Kontrahenten, sodass der Hallbergmooser mit 7:0-Wertungspunkten hier siegreich hervorging. Die Zuschauer kamen auch im Duell zwischen Stoyan Iliev und Ivan Zamfirov (61 kg) voll auf ihre Kosten. Beide zeigten ein starkes Duell, das der Nürnberger am Ende mit 10:6 für sich entschied. „Zu diesem Zeitpunkt war es wichtig, dass wir diesen Einzelkampf gewonnen haben“, macht Baumeister deutlich. Denn es blieb vor der Pause der einzige Sieg für die Grizzlys. Philipp Vanek setzte sich im Halbschwergewicht gegen Vilius Laurinaitis über die gesamte Kampfzeit zur Wehr, bearbeitete seinen Gegner und verlor nur mit 1:5-Wertungspunkten. Deniz Menekse (66 kg) lag gegen Manrikos Theodoridis bereits aussichtslos mit 1:9-Punkten zurück, als er in der Schlussminute eine wichtige Zweierwertung erzielte und dadurch nur zwei Mannschaftspunkte abgab. „Die erste Hälfte lag uns überhaupt nicht“, wusste Manager Mario Besold schon im Vorfeld der Begegnung, dass die Grizzlys besonders nach der Pause gehörig Fahrt aufnehmen müssten, um siegreich hervorgehen zu können. Er sollte Recht behalten.

Zwar gewann der Hallbergmooser Ergün Aydin noch den Kampf im Limit bis 86 Kilogramm gegen Marc Pöhlmann nach technischer Überlegenheit, doch dann überrollte der Grizzly-Express den Tabellenzweiten. Tim Stadelmann (71 kg) schulterte Manuel Striedl nach 2:20 Minuten und läutete damit die Aufholjagd ein. Selbst Zoltan Levai (80 kg, siehe Bild, Foto: Barbara Varjacic) machte nach einer zwischenzeitlichen und souveränen 9:0-Führung mit Guido Gretschel kurzen Prozess und drückte seinen Gegner gekonnt und spektakulär auf beide Schultern. Vor den beiden letzten Kämpfen im Limit bis 75 Kilogramm führte Hallbergmoos knapp mit 11:10. Angeschlagen ging Sven Dürmeier in das Gefecht gegen Michael Prill. Mit einem 7:5-Sieg hielt er den SVS-Boss aber damit auf Distanz. Jetzt lag es allein am türkischen Nationalringer Soner Demirtaş. Sein Überlegenheitssieg gegen den DRB-Kaderathleten Andreas Walter war nie in Gefahr. Der Europameister von 2016 und 2017 sowie Olympiadritte von Rio gewann mit 17:2-Wertungspunkten und brachte die Johannis Grizzlys damit auf die Siegerstraße.

„Der Kampf war an Spannung kaum zu übertreffen, ein wahrer Krimi gegen Hallbergmoos, mit dem besseren Ende für uns“, freut sich Mario Besold über den Sieg zum Rückrundenauftakt. Nicht nur, dass die Grizzlys sich für die bittere 5:18-Auswärtsniederlage revanchierten, sind sie wieder im Rennen um den begehrten zweiten Tabellenplatz, der für die Teilnahme an der Play-Off-Runde berechtigt. „Uns stehen aber noch fünf schwere Kämpfe bevor“, sagt der Manager und Trainer Matthias Baumeister erwartet, obwohl die Nürnberger durch den Stilartwechsel in der Rückrunde besser aufgestellt sind, weiterhin kein leichtes Unterfangen. Mit 8:6-Punkten bleiben die Grizzlys noch Tabellenvierter.