Bei den Deutschen Meisterschaften der Männer (Freistil) und Frauen setzten sich in den meisten Gewichtsklassen die Favoriten gegen den nachrückenden Nachwuchs durch.
Routinier Andriy Shyyka (74 kg/KSV  Köllerbach), der sich von der Bühne als Aktiver eigentlich schon verabschiedet hatte und auf dem Trainerstuhl Platz genommen hatte, setzte sich nach souveräner Vorrunde im Finalduell gegen den jungen Sportsoldaten Johann Steinforth (RS Sudenburg/Magdeburg) ebenfalls überlegen durch und auch der 32-jährige Martin Obst (79 kg/1. Luckenwalder SC) holte sich den Titel zurück, den er im Vorjahr gegen Benjamin Sezgin (KSV Aalen 05) verloren hatte. “Martin Obst, der eigentlich im Limit bis 74 kg kämpft, musste für die Deutschen Meisterschaften kein Gewicht reduzieren, erwieß sich aber auch eine Gewichtsklasse höher als sehr stabil”, freute sich Jürgen Scheibe über die Leistung des Luckenwalder Routiniers.

Unangefochten gewann Schwergewichtler Nick Matuhin (1. Luckenwalder SC) in der dünn besetzten Kategorie bis 125 kg, wahrend sich Erik Thiele (KAV Mansfelder Land) im Finalduell den Titel gegen EM-Teilnehmer Gennadij Cudinovic (AC Heusweiler) erkämpfte.
Im Mittelgewicht setzte sich erwartungsgemäß Achmed Dudarov (86 kg/SV Weingarten) durch, der in dieser Kategorie als Favorit ins Rennen gegangen war. Im stark besetzten Limit bis 65 kg gab es ein rein saarländisches Finale, in dem sich der Lokalmatador Nico-Antonio Zarcone (KV Riegelsberg) gegen Valentin Seimetz vom KSV Köllerbach durchsetzte.
Im Vorjahr noch mit DM-Silber geehrt, 2019 auf Goldkurs, Tim Stadelmann (70 kg/SV Joh. Nürnberg) biss sich in Riegelsberg in Abwesenheit von Alexander Semisorow (RV Rümmingen 03), der an einer Knieverletzung laboriert, endgültig an der Spitze fest.

Doch auch die Jugend hatte ihre Sieger, Ertogrul Agca (TV Essen-Dellwig), der im Vorjahr noch EM-Bronze in seinem ersten Juniorenjahr gewann, holte sich 2019 den Titel bei den Männern, im leichtesten Limit bis 57 kg kämpfte sich auch der Westendorfer Niklas Stechele auf das oberste Treppchen, eine Kategorie höher war mit Victor Lyzen ein weiterer Saarländer vom KSV Köllerbach erfolgreich.
“Bei dieser sehr gut organisierten Meisterschaft haben sich in den meisten Gewichtsklassen die Favoriten durchgesetzt, doch der Nachwuchs ist den Spitzenringern dicht auf den Fersen”, freute sich Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe über die Jungen, Wilden wie Ertogrul Agca (TV Essen-Dellwig), Niklas Stechele (TSV Westendorf), oder Joshua Morodion (VfL Berlin-Tegel), die allesamt noch im Juniorenbereich kämpfen. „Einige Auswahlkader sind nach Verletzungen noch nicht fit genug für diese Titelkämpfe“, setzt Jürgen Scheibe auf Ringer wie Horst Lehr, Kubilay Cakici, oder Alexander Semisorow, die in Riegelsberg noch fehlten.

Auch bei den Frauen gab es kaum Überraschungen: Lisa Ersel (50 kg/SV Luftfahrt Berlin) kämpfte sich nach großartigen Erfolgen im Kadetten- und Juniorinnenbereich nun auch bei den Frauen an die Spitze. Mit Nina Hemmer (53 kg/AC Ückerath), Elena Brugger (57 kg/TuS Adelhausen) und Luisa Niemesch (62 kg/SVG Weingarten) holten sich die Favoritinnen dieser Gewichtsklassen die Meistertitel 2019, auch Ex-Weltmeisterin Aline Rotter-Focken (76 kg/KSC Krefeld) ließ keinen Zweifel an ihrer erneuten Titelverteidigung und gewann alle Kämpfe souverän. War der Sieg von Anna Schell (68 kg) im Vorjahr gegen die damalige Favoritin Maria Selmaier noch eine Überraschung, so bestätigte Anna Schell, die 2019 von Aschaffenburg zum SC Isaria Unterföhring wechselte, diese Leistung erneut mit einem Schultersieg im Finale über Maria Selmaier, die sich ebenfalls in diesem Jahr vom KSC Motor  Jena aus, dem KSC Apolda anschloss.  „In dieser Gewichtsklasse bis 68 kg ging es sehr spannend zu hier kam mit Nadine Weinauge eine starke Ringerin dazu, die in Führung liegend, in letzter Sekunde von Anna Schell auf beide Schultern gedrückt wurde“, bestätigte die EM-Bronzemedaillengewinnerin von Bukarest 2019 aus Sicht des Bundestrainers Patrick Loes mit ihrer Titelverteidigung, ihre Führungsposition in dieser Gewichtsklasse.

„Insgesamt war es eine schöne Meisterschaft, die reibungslos verlief, bis auf einige, wenige Kaderathletinnen waren alle Spitzenringerinnen dabei, wobei sich die Favoritinnen durchgesetzt haben“, so Frauen-Bundestrainer Patrick Loes, der schöne und spannende Duelle bei den Frauen gesehen hat. „Mit Lisa Ersel setzte sich im leichtesten Limit eine Juniorin durch, mit der ebenfalls noch jungen Anastasia Blayvas (KFC Leipzig) wuchs auch die Konkurrenzdichte im Limit bis 57 kg“, so Loes, der sich über den Leistungssprung junger Athletinnen freute.
Eine gute Entscheidung traf der Deutsche Ringer-Bund aus Sicht von Patrick Loes mit der Austragung gemeinsamer Finalkämpfe der Freistil-Männer und den Frauen. Noch vor einem Jahr beendeten die Frauen ihr Meisterschaftsturnier bereits am Samstagabend, während die Männer am Sonntag allein um Titel und Medaillen kämpften.