85 junge Ringer traten am vergangenen Samstag zum 17. Internationalen Brandeburg-Cup der Junioren im griechisch-römischen Ringkampf auf die beiden Matten in der Brandenburg-Halle des Sportzentrums Frankfurt(O.). „Das waren zwar weniger Teilnehmer als sonst, doch von der Qualität her, waren es gute Kämpfe“, so Bundestrainer Maik Bullmann, der die Qualität des Turnieres lobte. Die meisten internationalen Teams waren nur mit jenen Kämpfern nach Frankfurt(O.) gekommen, die kurz vor den anstehenden Junioren-Weltmeisterschaften an der Oder noch einmal eine Standortbestimmung vornehmen wollten. Die Vielzahl von EM-Medaillengewinnern, die vor wenigen Wochen in Rom (ITA) erfolgreich kämpften, drückten dem Wettkampf ihren Stempel auf, dass bekam auch das deutsche Team zu spüren, wobei das DRB-Trainergespann Maik Bullmann/Uwe Werner nur vier WM-Starter auf die Matte schickte. Weitere deutsche Starter kamen aus Südbaden, dem Saarland, aus Sachsen und Berlin.
„Nachdem Europameister Andrej Ginc etwas angeschlagen ist und Nikolaos Papadopoulos krankheitsbedingt nicht anreisen konnte, war unser deutsches Auswahlteam nur mit 4 Ringern am Start, wobei es für Franz Richter, Anthony Sanders, Steve Ecker und Van Meier nicht um die Platzierungen ging, sondern darum, noch einmal gegen starke Gegner zu testen“, war der Zweck des Wettkampfes für Maik Bullmann erfüllt. Für weitere Ringer aus den Stützpunkten Freiburg, Saarbrücken und Frankfurt(O.) bestand die Möglichkeit, sich bei diesem stark besetzten Wettkampf, vor den Augen des Bundestrainers in Szene zu setzen.
Franz Richter (130 kg/AVG Markneukirchen) begann wie die Feuerwehr, zunächst gewann der Schwergewichtler gegen Ilya Yudchyts (BLR) vorzeitig mit 9:1 Wertungspunkten. Im Vorjahr hatte Richter, der am Bundesstützpunkt Frankfurt(O.) trainiert und damit ein ‘Heimturnier’ absolvierte, gegen den Weißrussen noch klar verloren. „Yudchyts ist sicherlich nicht schlechter geworden, hingegen hat Franz Richter einen riesen Sprung gemacht“, freute sich auch Stützpunkttrainer Maik Bitterling über die Entwicklung seines Schützlings, der danach auch den Tschechen Marcel Albini mit 13:2 von der Matte fegte. Im letzten Kampf des 17. Internationalen Brandenburg-Cups dann doch noch eine Niederlage des Vize-Europameisters, der vom EM- Bronzemedaillengewinner von Rom, Lenard Berei (ROU) mit einem Wurf überrascht wurde, der dem Rumänen gleich vier Punkte brachte. Danach war das Konzept des DRB-Ringers dahin, der am Schluss noch einmal alles auf eine Karte setzte und Sekunden vor Kampfende gekontert wurde. Berei damit auf dem Gold-Rang, Richter dahinter mit Silber, vor dem starken Weißrussen Yudchyts, so die Rangfolge auf dem Siegerpodium im schwersten Limit.
Auch Anthony Sanders (72 kg/ESV München-Ost) glänzte mit einer Silbermedaille, doch der Ringer aus der bayerischen Hauptstadt, der im Ligensystem vom Zweitstartrecht Gebrauch macht und für den ASV Hof die Ringerstiefel schnürt, machte es spannend. Nach seinem klaren Auftaktsieg über Nils Buschner (KSV Pausa), den er vorzeitig mit 9:1 Punkten bezwang, lieferte sich Sanders gegen Titas Kersevicius (LIT) ein Duell auf Messers Schneide, dass mit 4:4 Punkten endete, wobei der DRB-Ringer, der bei der Junioren-EM in Rom an Bronze scheiterte und den 5. Platz erzielte, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung die Nase vorn hatte. Auch beim anschließenden Kampf gegen den Schweden Lukas Ahlgren musste Sanders alle Register seines Könnens ziehen, um den knappen 3:2-Punktsieg über die Ziellinie zu retten. Im Finale stand Anthony Sanders gegen Martun Badain (BLR) auf verlorenem Posten und unterlag mit 0:9. Anthony Sanders damit auf Rang zwei, hinter dem Weißrussen, während Akseli Yli Hannuksela (FIN) und Lukas Ahlgren (SWE) die Bronzeränge in dieser- mit 20 Teilnehmern sehr stark besetzten Gewichtsklasse belegten.
Eine weitere Medaille erkämpfte Patrick Neumaier (87 kg/KSV Hofstetten), der im kleinen Finale um Bronze gegen Ihar Jarashevich (BLR) kampflos zum Sieger erklärt wurde, da der Weißrusse verletzt aufgab. In den Vorrundenbegegnungen hatte sich der Südbadener gegen Anton Vieweg (RV Lugau) mit 8:0 und gegen Jakub Krocak (CZE) mit 4:1 durchgesetzt. Erst im Halbfinale wurde Patrick Neumaier von Azdi Pajur (EST) gestoppt, der den Deutschen Juniorenmeister mit 3:1 Punkten bezwang. Anton Vieweg hingegen schied nach der Niederlage gegen Neumaier auf Rang 8 aus.
Im leichtesten Limit bis 55 kg setzte sich der Deutsche Meister Steven Ecker (KSV Köllerbach) zunächst gegen Linus Markusson (SWE) durch, unterlag dann jedoch gegen Niklas Öhlen, einem weiteren Schweden klar mit 0:9. Auch gegen den Rumänen Florin Tita verlor der Saarländer klar mit 2:10 Punkten und stand damit im Kampf um Bronze. Doch der Weißrusse Aliaksandr Niahoda erwieß sich im Kampf gegen den noch jungen DRB-Starter, der sein erstes Jahr bei den Junioren bestreitet, als der Stärkere und verwieß Steven Ecker auf den 4. Platz.
Van Meier (63 kg/ASV Urloffen) bestritt nur ein Duell, dass der Südbadener, der mit spektakulären Würfen gerne alles auf eine Karte setzt, gegen Eldar Hasanau mit 1:10 verlor. Van Meier schied auf dem 8. Platz aus, da der Weißrusse das Finale verfehlte. Hinter dem Deutschen Meister aus Urloffen rückte Lars-Henrik Schmidt (KV Riegelsberg) auf Rang 9 über die Ziellinie, der ebenfalls nur ein Duell bestritt, das klar verloren ging.
Im Limit bis 72 kg kämpften neben Anthony Sanders eine ganze Reihe deutscher Ringer, die sich jedoch nicht unter die Besten schieben konnten. Marc Fischer (RG Lahr) schnitt nach Sieg und Niederlage auf Rang 8 noch am Besten ab, Nils Buschner (KSV Pausa) musste zwei klare Niederlagen hinnehmen, sein Vereinskamerad Chris Militzer schied nach einer Niederlage aus. Erik Löser (RSK Gelenau), Maximilian Simon (SV Weißwasser) und Yannik Bitterling (SV Berlin-Buch) waren in dieser starken Gewichtsklasse chancenlos und waren ebenfalls nach Vorrundenniederlagen ausgeschieden.
Schwer hatte es auch Roman Brüstle (82 kg/AB Aichhalden), der gegen starke Konkurrenten aus Estland in zwei Kämpfen das Nachsehen hatte. Dicht an einer Medaille dran war Karl Marbach, der zunächst in einem von Taktik geprägten Duell mit 2 Verwarnungspunkten gegen Martin Hettler (SV Berlin-Buch) gewann, verlor danach im Halbfinale gegen Vladislav Pushtashylau (BLR) mit 1:5 und stand damit im Kampf um Bronze Hendrik Kalme (EST) gegenüber, gegen den er mit 2:6 verlor und damit auf Rang 5 die Ziellinie überquerte. Der Berliner Martin Hettler kam nach seiner Niederlage gegen Marbach im Auftaktduell nicht über den 8.- und letzten Rang seiner Gewichtsklasse hinaus.
„Natürlich können wir in einem Monat zwischen Europa- und Weltmeisterschaft nicht allzuviel bewegen, außer die Spannung und Spritzigkeit zu halten“, bestätigte Maik Bullmann, dass auch die Ringer aus den anderen Nationen den Brandenburg-Cup gut fanden, da die Ringer vor allem in Gewichtsklassen mit weniger Teilnehmern viele Kämpfe hatten, da dann im nordischen System ‘Jeder gegen Jeden’ gekämpft wurde. Viele der angereisten Teams bleiben noch eine Woche in Frankfurt(O.) zu einem gemeinsamen Trainingscamp, bevor dann bereist die Welttitelkämpfe der Junioren anstehen, die vom 17.-23. September in Trnava (SVK) ausgetragen werden.
Ergebnisse:
55 kg: 1. Florin Tita (ROM), 2. Niklas Öhlen (SWE), 3. Aliaksandr Niahoda (BLR), 4. Steven Ecker (GER/KSV Köllerbach), 6. Rasul Istapilov (SUI), 6. Linus Markusson (SWE),
60 kg: 1. Ihar Drozd (BLR)), 2. Sebastian Nowicki (POL), 3. Kamil Czarnecki (POL), 4. Maurus Zogg (SUI), 5. Numan Bayram (Saarländischer Ringerverband),
63 kg: 1. Denis Bolunov (EST), 2. Mateusz Szewczuk (POL), 3. Aliaksander Pechurenka (BLR), 3. Gytis Kulevicius (LTU), 5. Nathan Phillips (SWE), 5. Timmy Sköld (SWE),
67 kg: 1. Elmer Mattila (FIN), 2. Ilja Prakopchuk (BLR), 3. Gadzimurad Pacuta (CZE), 3. Kristof Viidas (EST), 5. Michael Portmanh (SUI), 5. Denis Mertl (CZE),
72 kg: 1. Martun Badain (BLR), 2. Anthony Sanders (GER/ESV München-Ost), 3. Akseli Yli- Hannuksela (FIN), 3. Lukas Ahlgren (SWE), 5. Titas Kersevicius (LTU), 5. Gevorg Grigoryan (POL),
77 kg: 1. Per Anders Kure (NOR), 2. Waltteri Latvala (FIN), 3. Patryk Bednarz (POL), 4. Daniel Varga (CZE), 5. Bernhard Begle (AUT), 6. Artsiom Vlaskovich (BLR),
82 kg: 1. Piotr Duk (POL), 2. Maksim Bandarenka (BLR), 3. Andzias Vylis (EST), 4. Kajola Ranet (EST), 6. Roman Brüstle (Südbadischer Ringerverband), 6. Anton Olsson (SWE),
87 kg: 1. Samuel Nicu Ojoq (ROM), 2. Azdo Pajur (EST), 3. Patrick Neumaier (Südbadischer Ringerverband), 3. Ramon Betschart (SUI), 5. Ihar Jarashevich (BLR), 5. Jacob Logard (SWE),
97 kg: 1. Arvi Savolainen (FIN), 2. Vladislav Pustashylau (BLR), 3. Ondrej Dadak (CZE), 3. Hendrik Kalme (EST), 5. Gerard Kurniczak (POL), 5. Karl Marbach (Ringerverband Sachsen),
130 kg: 1. Lenard Istvan Berei (ROM), 2. Franz Richter (GER/AVG Markneukirchen), 3. Ilya Yudchyts (BLR), 4. Marcel Albini (CZE).









