Erik Thiele (97 kg/KAV Mansfelder Land) hat bei den U23-Europameisterschaften in Istanbul die Bronzemedaille gewonnen.  Im Duell um Platz Drei bezwang der angehende Polizist den Lokalmatadoren Feyzullah Akturk (TUR) mit 2:1-Punkten. Völlig verausgabt benötigte Erik Thiele einige Zeit, um nach dem taktisch hervorragend geführten Fight wieder auf die Füße zu kommen, doch dann brach der Jubel aus ihm heraus, erster Gratulant war Vater Sven, der seit diesem Jahr die Freistil-Auswahl Österreichs betreut.

Erik Thiele (siehe Bild, Jörg Richter) begann seinen Siegeszug mit einem Sieg in der Qualifikation über Simone Iannattoni (ITA), den er mit 11:0-Punkten vorzeitig bezwang. Im Viertelfinale ließ der DRB-Ringer aus Sachsen-Anhalt dem Ungarn Balasz Juhasz beim vorzeitigen 10:0 ebenfalls keine Chance. Auf Grund der starken Vorkampfleistungen waren die Hoffnungen auf den Einzug ins Finale groß, doch Erik Thiele ging zwar gegen Dzianis Khramiankou (BLR) in der ersten Kampfrunde in Führung, musste dann jedoch im zweiten Kampfabschnitt nach mehreren Beinangriffen des Weißrussen das 3:6 hinnehmen.  Dzianis Khramiankou erreichte mit diesem Halbfinalerfolg den Endkampf um Gold, Erik Thiele stand damit im Kampf um Bronze.

Viktor Lyzen (57 kg/KSV Köllerbach) und Niklas Dorn (65 kg/KSC Hösbach) kämpften nach verlorenem Halbfinale ebenfalls um Bronze. Viktor Lyzen unterlag gegen  Dzianis Khramiankou (BLR) mit 1:7 Punkten, während Niklas Dorn erst in den letzten Sekunden des kleinen Finals mit 4:7 gegen Andrii Svyryd (UKR) unterlag.

Viktor Lyzen siegte am Vortag in einen spannenden Viertelfinalduell im Endspurt mit 3:3 Zählern über Razvan Kovacz (ROU) und stand damit bereits im Halbfinale, wo er am Freitagabend gegen Afgan Khashalov (AZE) mit 0:8 unterlag. Khashalov kämpfte damit um Gold, Lyzen und Bronze – doch auch dieses Duell ging gegen den Weißrussen  Khramiankou verloren. Platz fünf damit für den Ringer vom KSV Köllerbach in der leichtesten Gewichtsklasse.
Auch Niklas Dorn musste sein gesamtes Können aufbieten, gegen Roman Asharin (HUN) lag der DRB-Ringer kurz vor Schluss noch zurück, als er noch zum 5:5-Ausgleich kam, der den knappen Sieg für Dorn bedeutete. Gleiches Szenario im Viertelfinale, wo der Jubel über den Halbfinaleinzug nach grandiosen Endspurt zum 3:1-Punktsieg über Gor Torosyan (ARM) riesengroß war.
Niklas Dorn verlor sein Halbfinalduell mit 0:3 gegen Anvarbek Dalgatov (AZE) und stand damit im kleinen Finale um Bronze Andrii Svyryd UKR) gegenüber, das wie beschrieben für den deutschen Ringer mit 4:7 verloren ging.

Die letzten, beiden deutschen Starter dieser Titelkämpfe in Istanbul waren Johann Steinforth (74 kg/Roter Stern Sudenburg) und Ilja Matuhin (92 kg/1. Luckenwalder SC).
Johann Steinforth stieg mit Sieg und Niederlage ins Kampfgeschehen ein, der Sportsoldat bezwang zunächst Andrius Mazeika (LIT) in einem spannenden Duell, wobei er den 3:2-Erfolg in den letzten Sekunden des Duells aus dem Feuer riss. Im Viertelfinale musste sich Johann Steinforth dem russischen Ringer Zaurbek Sidakov mit 0:7 beugen. Der Magdeburger hielt über große Stecken des Duells gut mit und kann auch am Sonntagmorgen in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da Sidakov das Finale erreichte. Der Gegner steht auch bereits fest, Steinforth wird im Hoffnungsrundenkampf auf Dzhemal Ali (BUL) treffen. Im Falle eines Sieges steht Steinforth dem Georgier Avtandil Kentchadze gegenüber.

Ilja Matuchin bezwang am Samstagmorgen Aleksander Wojtachnio (POL) souverän, musste sich danach im Viertelfinale gegen Samuel Scherrer (SUI) Sekunden vor Kampfende mit 2:4 geschlagen geben. Scherrer verlor seinen Halbfinalkampf, damit war Ilja Matuchin aus dem Rennen und kann am letzten Kampftag auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen.