Über 200 Griechisch-Römisch-Ringer meldeten ihre Teilnahme zum Grand Prix von Deutschland, der am Wochenende in Dortmund (Helmut-Körnig-Halle/An den Westfalenhallen) ausgetragen wird. Große Teile der Weltspitze nehmen auf dem Weg in Richtung Weltmeisterschaften eine Standortbestimmung vor und treffen dabei eine gewisse Vorauswahl für ihre Nominierungen für die Titelkämpfe in Budapest vom 20. bis 28. Oktober.

„Das wird ein riesen Turnier mit vielen Spitzenringern, die auch schon Medaillen bei WM, EM und Olympischen Spielen gewannen“, freut sich Bundestrainer Michael Carl über die große Resonanz von Weltklasseringern, die selbst aus den USA über den ‘Großen Teich’ in den Ruhrpott kommen. Auch Georgien, Ungarn, Polen und die Schweden-, Nationen die zur europäischen Spitze gehören, nutzen den Grand Prix, um ihre WM-Mannschaft zu nominieren, die Türken meldeten ihre starken U23-Ringer an, was dem Wettkampf zusätzlich aufwertet. Auch für die deutsche Auswahl wird der Grand Prix im eigenen Land mehr als eine Standortbestimmung, wird dort Michael Carl mit seinem Trainerteam doch auch schon eine gewisse Vorauswahl für die Vergabe der WM-Fahrkarten treffen.

In den unteren Gewichtsklassen nehmen die Deutschen Meister Fabian Schmitt (55 kg/SV Johannis Nürnberg) und Etienne Kinsinger (60 kg/KSV Köllerbach) Maß, im Limit bis 60 kg will es auch der Deutsche Vizemeister Christoph Kraemer (TSV Westendorf) wissen. Da sich Junioren-Europameister Andrej Ginc (63 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), der auch den Deutschen Meistertitel bei den Männern gewann, derzeit auf die Junioren-Weltmeisterschaft vorbereitet, die in vier Wochen in Trnava (SVK) ausgetragen wird, vertritt Deniz Menekse (63 kg/SC 04 Nürnberg) die deutschen Farben in dieser Kategorie. Auch der Deutsche Meister Witalis Lazovski (SV Wacker Burghausen) wird in Dortmund angreifen, Bundestrainer Michael Carl kann jedoch auch mit Erik Weiß (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) einen ebenbürtigen, erfahrenen Ringer aufbieten, zudem werden mit Michael Widmayer (TSV Ehningen), Yasin Yeter (ASV Mainz 88) und Niklas Ohff (FC Erzgebirge Aue) weitere deutsche Starter in dieser äußerst stark besetzten Kategorie antreten.

Im Limit bis 72 Kilogramm ist der Einsatz von Weltmeister Frank Stäbler (KSV Musberg) nach seiner Rippenverletzung beim Trainingslehrgang in Litauen noch fraglich, „… ob er ringen kann, entscheiden wir gemeinsam mit den Ärzten am Freitagabend“, so Bundestrainer Michael Carl mit vorsichtigem Optimismus. Nachdem auch EM-Teilnehmer Maximilian Schwabe verletzungsbedingt ausfällt, wird Timo Badusch (KSV Köllerbach) der einzige Vertreter des DRB in diesem Limit sein.

Eine Kategorie höher wird Pascal Eisele (SV Fahrenbach) erstmals wieder nach seinem Bronzemedaillengewinn bei der WM in Paris 2017 bei einem internationalen Turnier kämpfen. Flankiert wird Eisele von den beiden Finalisten der Deutschen Meisterschaft 2018, Florian Neumaier (VfK Mühlenbach) und Karan Mosebach (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.).

Roland Schwarz (82 kg/ASC Bindlach) hat schon einige Erfolge für den DRB im Jahr 2018 geholt, der Grand Prix ist für ihn erneut eine hohe Meßlatte nach fünften Plätzen bei den Europameisterschaften in Kaspiisk (RUS) und den Militär-Weltmeisterschaften in Moskau (RUS). Für den Deutschen Meister Hannes Wagner (AC Lichtenfels), der mitten im Prüfungsstress für seine Ausbildung bei der bayerischen Polizei steckt, dürfte der Grand Prix in Dortmund indes als Jahres-Höhepunkt gelten.

Nahezu alles, was in diesem Jahr schon internationale Meisterschaftsmedaillen gewann, hat sich im Limit bis 87 Kilogramm angemeldet, womit sich Denis Kudla (VfK Schifferstadt) erneut durch große Teile der Weltspitze wühlen muss, die im griechisch-römischen Stil zum Großteil in Europa beheimatet ist.

Finnen, Ukrainer Schweden, Weißrussen und nicht zuletzt Ex-Weltmeister Melonin Noumonvi (FRA) und der Europameister von 2017 Felix Baldauf (NOR) stehen in der Kategorie bis 97 Kilogramm in den Startlöchern. Schwere Aufgaben erwarten somit den Deutschen Meister Ramsin Azizsir (ASV Hof), dem Bundestrainer Michael Carl nach den vorangegangenen Trainingslehrgängen eine gute Form bescheinigt. Und nicht zuletzt hat der Hofer mit seinem 5. Platz bei den Europameisterschaften in Kaspiisk (RUS) bewießen, das er in diesem Limit zur Spitze gehört. Mit dem Deutschen Vizemeister Felix Radinger (TSV Gailbach), dem Bronzemedaillengewinner der Junioren-Weltmeisterschaft 2017 Jan Zirn (KG Baienfurt) und dem WM-Teilnehmer von 2015 in Las Vegas (USA) Peter Oehler (VfK Mühlenbach) kämpfen weitere, deutsche Halbschwergewichtler in Dortmund um die Medaillenvergabe.

Selbst im schwersten Limit bis 130 kg meldeten 23 Griechisch-Römisch-Ringer ihre Teilnahme an. Auch der Georgische Weltmeister Zviat Pataridze testet in Dortmund für seine Titelverteidigung, im Oktober in Budapest. Sein Landsmann Jakobi Kajaja will ihm dabei das georgische WM-Ticket streitig machen. Auch die starken Ungarn, Polen und Weißrussen haben mehrere Starter im Schwergewicht am Start, die in Dortmund mehr als nur eine Standortbestimmung gegen Vize-Weltmeister von 2017 Heiki Nabi (EST), oder dem Bronzemedaillengewinner der U23-EM Oskar Marvik (NOR) vornehmen. Der DRB schickt mit dem Olympia-Fünften von Rio 2016 Eduard Popp VfL Neckargartach) ebenfalls einen starken Ringer ins Rennen, auch der Deutsche Meister Christian John (Eisenhüttenstädter RC) will die Leistungen der letzten Wettkämpfe auch in Dortmund unterstreichen. Jello Kramer (ASV Schorndorf) versucht nach seinem 3. Platz bei den U-23-Weltmeisterschaften aus dem Vorjahr, nun bei den Männern Fuß zu fassen. Auch für den Deutschen Vizemeister Etka Sever (VfK Schifferstadt) ist der Grand Prix eine Bewährungsprobe, wie weit der Sprung vom Halbschwergewicht ins schwerste Limit auf internationaler Bühne bereits vollzogen ist. Marc Bonert (RWG Mömbris-Königshofen) komplettiert das Feld der deutschen Schwergewichtler beim heimischen Grand Prix.

„Es ist ein äußerst starkes Teilnehmerfeld ich freue mich auf den Grand Prix, wir werden sehen, wie unsere Kämpfer nach den harten Trainingslehrgängen der letzten Wochen nun gegen große Teile der Weltspitze bestehen“, ist der Grand Prix in Dortmund aus Sicht von Bundestrainer Michael Carl eine wichtige Hürde-, aber auch ein Nominierungskriterium auf dem Weg zur Weltmeisterschaft, im Oktober in Budapest (HUN).

Foto: Ramsin Azizsir (blaues Trikot) wird in Dortmund ebenfalls auf die Matte gehen. Quelle: Jörg Richter