Nachdem am ersten Wettkampftag der U23-Weltmeisterschaften in Bukarest Jello Krahmer (130 kg/ASV Schorndorf) und Karan Mosebach (77 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.)  vorzeitig ausschieden, mussten am zweiten Tag auch Jan Zirn (97 kg/KG Baienfurt) und Witalis Lazovski (67 kg/SV Wacker Burghausen) die Segel streichen, nur Christopher Kraemer (60 kg/TSV Westendorf) erreichte mach Sieg und Niederlage zumindest die Hoffnungsrunde, schied jedoch dort am Mittwochmorgen gegen den Armenier Armen Melikyan nach einem klaren 0:9 aus.

„Wir sind mit unseren Athleten in dieser Altersklasse noch etwas von der Spitze entfernt“, so Bundestrainer Michael Carl, der jedoch Jello Krahmer und Jan Zirn nach jeweils zwei Siegen und einer Niederlage gute Zeugnisse ausstellte. Jello Krahmer hatte zunächst Azmuddin Vakhobov (TJK) mit 9:0 bezwungen und sich danach auch gegen Shuai Kong aus China mit 2:1 Wertungspunkten durchgesetzt. Im Viertelfinale scheiterte der Ringer vom ASV Schorndorf gegen Abdellatif Mohamed (EGY) mit 1:3 Punkten und schied aus, da der Ägypter seinen Halbfinalkampf verlor und damit das Finale verfehlte.
Das Duell um Gold gewann in der schwersten Klasse Zviadi Pataridze (GEO) mit 6:5 gegen Osman Yildirim (TUR), Abdellatif Mohamed holte mit einem 2:1 gegen den Norweger Oscar Marvik Bronze.
Jan Zirn begann ebenfalls mit zwei Siegen, der Halbschwergewichtler von der KG Baienfurt setzte sich zunächst gegen Dorde Pesut (SRB) mit 6:4 Punkten durch und bezwang im Achtelfinale auch den Lokalmatador Teodor Chira (ROU). Im Viertelfinale war Jan Zirn gegen den Junioren-Weltmeister von 2016 Giorgi Melia mit 0:9 chancenlos. Melia unterlag im Halbfinale gegen Aleksandr Golovin (RUS) ebenfalls mit 0:9 vorzeitig, was die gravierenden Leistungsunterschiede in einigen Gewichtsklassen verdeutlicht.

Karan Mosebach verlor gegen den U-23-Europameister  des Vorjahres Zoltan Levai (HUN), der in diesem Jahr auch den Grand Prix von Deutschland gewann. Auch Levai scheiterte auf dem Weg zum Finale, was Mosebach den Weg über die Hoffnungsrunde verbaute. Auch der Deutsche Meister Witalis Lazowski verlor seinen Auftaktkampf gegen Ryo Nakahashi (JPN) und schied aus, da auch der Japaner bereits eine Runde später an Karim Jafarov (AZE) scheiterte.

Christopher Kraemer gewann gegen den Inder Manish mit 7:3-Wertungspunkten, unterlag dann im Achtelfinale jedoch gegen den Weltmeister der Männer von 2017 in Paris, Kenchiro Fumita (JPN), der das Finale erreichte. Für Christopher Kraemer war das die Fahrkarte in die Hoffnungsrunde, wo er jedoch mit Armen Melikyan (ARM) einen weiteren, starken Kontrahenten gegen sich hatte, gegen den er mit 0:9 unterlag und damit endgültig ausschied.

Während Christopher Kraemer am Mittwochmorgen in der Hoffnungsrunde kämpfte, griffen auch die ersten Damen ins WM-Geschehen ein. Lisa Ersel (SV Luftfahrt Berlin) startete im leichtesten Limit bis 50 kg, wo sie zunächst Nasstasya Lu (CAN) mit schnellen Beinangriffen, einen sehenswerten Beinausheber und insgesamt 9:3 Punkten bezwang. Im Viertelfinale wurde Lisa Ersel von der späteren Finalistin Miho Igarashi (JPN) geschultert. Nachdem die Japanerin das Finale erreichte, stand für die Ringerin aus dem Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) die Teilnahme an der Hoffnungsrunde fest, wo sie am Donnerstag-Vormittag auf die Ukrainerin Okasana Livach trifft, die in diesem Jahr schon den Europameisterschaftstitel der U-23 gewann und bei den Weltmeisterschaften der Frauen vor wenigen Wochen in Budapest (HUN) Bronze holte. Zuletzt standen sich LisaErsel und Oksana Livach im EM-Finale der Juniorinnen 2017 in Dortmund gegenüber, wo die deutsche Ringerin unterlag und Vize-Europameisterin wurde.

Lisa Ersel muss noch um den Einzug ins kleine Finale um Bronze kämpfen, Elena Brugger (55 kg/TuS Adelhausen)  steht bereits im Duell um Bronze, ihre Gegnerin muss in der Hoffnungsrunde am Donnerstag-Vormittag noch ermittelt werden. Elena Brugger gewann in der Qualifikation gegen Sviatlana Lamashevich (BLR) mit 10:0 Punkten, im Viertelfinale schaltete die Südbadenerin ihre Kontrahentin Suzanna Seicariu aus dem Gastgeberland Rumänien mit 6:2 Punkten aus. Im Halbfinale wurde Elena Brugger von der Japanerin Saki Igarashi gebremst.

Unglücklich in den Lostopf gegriffen hat Francy Rädelt (76 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O., siehe Bild: Ove Gundersen), die gleich in der Qualifikation auf Yasuha Matsuyuki (JPN) traf, aber der Weltmeisterin der U-23 aus dem Vorjahr einen großen Kampf lieferte und bei der knappen 2:4-Niederlage auch selbst punktete. Die Japanerin verlor ihren Viertelfinalkampf gegen Gulmaral Yerkebayeva (KAZ) und verpasste damit das Finale. So kam dann auch für Francy Rädelt das WM-Aus schon nach dem ersten Kampf.

So kämpfen am Donnerstag Elena Brugger um Bronze, Lisa Ersel steht in der Hoffnungsrunde. Gleichzeitig greifen auch Annika Wendle (53 kg/ASV Altenheim), Luisa Niemesch (62 kg/SV Weingarten) und Luzie Mazke (68 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) ins Kampfgeschehen der WM der U-23 in Bukarest ein.

Annika Wendle trifft dabei auf die Bulgarin Kremena Krasimirova, Luisa Niemesch muss sich gegen die Qualifikation gegen Devi Pooja (IND) beweisen und Luzie Manzke steht im Achtelfinale Moa Mygren (SWE) gegenüber.