Die F.A.N.-Arena in der Ringerhochburg Aschaffenburg ist am Wochenende Schauplatz der Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen. Nachdem die Griechisch-Römisch-Spezialisten vergangene Woche in Burghausen ihre Titelträger 2018 ermittelten, sind es nun die Freistilringer und Frauen, die um Titel und Medaillen kämpfen.
Im Gegensatz zu den Vorjahren meldeten alle deutschen Spitzenringer ihre Teilnahme, so dass es in der F.A.N.-Arena zu spannenden Duellen kommen wird.

Der frischgebackene Vize-Europameister Martin Obst (1. Luckenwalder SC) stieg nach der Neuordnung der Gewichtsklassen durch den Ringer-Weltverband United World Wrestling (UWW) ins Limit bis 79 kg auf und will dort seinen vierten Deutschen Meistertitel in Folge erkämpfen. Das jedoch wollen Benjamin Sezgin (KSV Aalen 05), aber auch die jungen Athleten wie Benjamin Opitz (RV Thalheim / EM-Teilnehmer der U23), oder Andreas Walter (SC Isaria Unterföhring), der im Vorjahr die deutschen Farben bei der U23-EM vertrat, verhindern.

Die unmittelbaren Konkurrenten von Martin Obst aus den letzten Jahren – Kubilay Cakici von der gastgebenden RWG Mömbris-Königshofen und Johann Steinforth (RS Sudenburg) – verblieben in der Gewichtsklasse bis 74 kg und werden dort sicherlich um die Titelvergabe kämpfen. Steinforth erkämpfte mit guter Turnierleistung bei den U23-Europameisterschaften in Istanbul vor zwei Wochen einen guten fünften Platz und will nach Silber und Bronze in den Vorjahren nun erneut auf das Siegertreppchen.

Im leichtesten Limit (57 kg) rücken mit Horst Lehr (VfK Schifferstadt) und Viktor Lyzen (KSV Köllerbach) junge Ringer nach, die auch schon erste internationale Erfolge verbuchen konnten. Eine Gewichtsklasse höher (61 kg) nimmt Routinier Mario Koch (KSC Motor Jena) noch einmal Anlauf, doch der 40-jährige Routinier hat mit Emanuel Krause (1. Luckenwalder SC), den beiden Saarländern Nico Zarcone (KV Riegelsberg), Valentin Seimetz (KSV Köllerbach) starke Konkurrenten, die sich ebenfalls auf das Siegertreppchen kämpfen möchten. Nicht zu vergessen Enes Akbulut (ASV Hof), der Vizemeister des Vorjahres, der diesmal seine Chance nutzen will, nachdem der Vorjahresmeister Manuel Wolfer (RG Hausen-Zell) ins 65-kg-Limit aufrückt.
Dort hat Wolfer allerdings mit Niklas Dorn (KSC Hösbach), der vor zwei Wochen bei den U23-Europameisterschaften eine hochklassige Leistung ablieferte und den fünften Platz belegte, aber auch mit Kevin Henkel (TSV Dewangen) und Adrian Wolny (AV Freiburg-St. Georgen) starke Gegner, was insgesamt spannungsgeladene Kämpfe in den leichten Gewichtsklassen verspricht.

Ein großes Teilnehmerfeld mit 18 Athleten steht im Limit bis 70 kg in den Meldelisten der Titelkämpfe in Aschaffenburg. Hier ragt vor allem Alexander Semisorow (RV Rümmingen) aus dem Kreis der Titelfavoriten heraus.

Nur sechs Aktive meldeten in der Gewichtsklasse bis 86 kg ihre Teilnahme. Die Athleten aus Bayern und Südbaden werden sich um die Medaillenvergabe streiten. Im Limit bis 92 kg gehen Titelverteidiger Georg Stark und William Harth (beide ASV Mainz 88) mit den größten Titelchancen ins Rennen, Spielverderber könnte dabei Michael Kaufmehl (TuS Adelhausen) werden, der im Mittelgewicht zahlreiche Titel und Medaillen erkämpfte und nun ins höhere Limit aufrückt.

Nach langwieriger Knieverletzung meldete sich vor zwei Wochen auch Erik Thiele (KAV Mansfelder Land) bei der U23-Europameisterschaft in Istanbul (TUR) mit Bronze zurück. Im Limit bis 97 kg dürfte Gennadij Cudinovic (KSV Köllerbach), der die deutschen Farben bei den Europameisterschaften der Männer in Kaspiisk (RUS) vertrat, sein größter Konkurrent im Kampf um den Titel sein.
Zehn Freistilringer aus Brandenburg reisen nach Aschaffenburg, darunter auch Schwergewichtler Nick Matuhin (1. Luckenwalder SC), der unter dem neuen Heim-Trainer Alexandr Sommer ‘reaktiviert’ wurde und neu motiviert ins Rennen um den Titel in der Gewichtsklasse bis 125 kg geht.