Luisa Niemesch (62 kg/SV Germania Weingarten) gewann am Freitagabend bei den Weltmeisterschaften der Altersklasse U-23 in Bukarest (ROU) die zweite Medaille für die deutsche Delegation. Im Kampf um Bronze bezwang die Nordbadenerin die US-Amerikanerin Kayla Miracle mit 6:3 Wertungspunkten und stand damit auf dem 3. Platz des Siegertreppchens.
Kayla Miracle begann mit viel Druck, ging durch einen Verwarnungspunkt in Führung, doch Luisa Niemesch wehrte alle Angriffe ihrer Kontrahentin ab und wartete auf ihre Chance. In der zweiten Runde des Kampfes holte sich die DRB-Ringerin mit einem Beinangriff vier Punkte und hatte wenig später ihre Kontrahentin erneut in der Brücke, als der Kampfrichter die Situation abpfiff, dem die Ringerbrücke des US-Girls zu gefährlich erschien. Luisa Niemesch brachte den Punkte-Vorsprung über die Kampfzeit und freute sich über WM-Bronze.

Bereits am Vortag hatte sich Luisa Niemesch mit vorzeitigen Überlegenheitserfolgen gegen Pooja (IND), Olivia Henningsson (SWE) und Aurora Campagna (ITA) ins Halbfinale gekämpft, wo die Ringerin aus Nordbaden gegen Ilona Prokopevniuk (UKR) mit 1:11 Wertungspunkten unterlag. Die Ukrainerin rückte ins Finale um Gold, Luisa Niemesch musste dann am Freitag gegen die Siegerin der Hoffnungsrunde Kayla Miracle zum Duell um Bronze antreten.

„Zwei Medaillen durch Elena Brugger und Luisa Niemesch, ein fünfter Platz – wobei Lisa Ersel durch ein Foul um ihre verdiente Bronzemedaille gebracht wurde, sowie die  Anschlussleistungen durch Annika Wendle, Luzie Manzke und Francy Rädelt, mit dieser Bilanz bin ich durchaus zufrieden“, so Frauen-Bundestrainer Patrick Loes, der allerdings auch mehrere Kampfrichterleistungen kritisierte.
„Die U-23 ist eine gute Brücke vom Junioren- in den Erwachsenenbereich, wobei auch bei den Titelkämpfen von Bukarest einige Medaillengewinner der Männer- und Frauen-WM mitkämpften“, so Loes weiter, der damit die Leistung der deutschen Damen zudem unterstreicht.

Am Freitagmorgen griffen auch die Freistilringer ins Kampfgeschehen ein, die den Schlusspunkt hinter die U-23-WM setzen. Mit Erik Thiele (97 kg/KAV Mansfelder Land) und Niklas Dorn (65 kg/KSC Hösbach) schieden allerdings die beiden ersten Schützlinge von Bundestrainer Jürgen Scheibe aus.
Erik Thiele gewann zunächst mit technischer Überlegenheit (11:0) gegen den Rumänen Rares Popescu, musste im Viertelfinale allerdings eine 0:8-Punktniederlage gegen Ali Shabanibengar (IRI) hinnehmen. Der Iraner verlor das Halbfinale gegen Givi Matcharashvili (GEO), damit war Erik Thiele ausgeschieden und konnte auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen.

Niklas Dorn verlor seinen Auftaktkampf in der Qualifikation gegen Islam Dudaev (RUS) mit 0:7 und musste fortan seinem russischen Kontrahenten die Daumen drücken, denn nur wenn Dudaev das Finale erreicht hätte, wäre für den Hessen der Weg in die Hoffnungsrunde frei gewesen. Doch Dudaev scheiterte im Viertelfinale am Japaner Rei Higuchi, damit war das frühe Aus von Niklas Dorn besiegelt.

Mit Lars Schäfle (86 kg/Freiburg-Haslach), Johann Steinforth(74 kg/Roter Stern Sudenburg/Magdeburg) und Ilja Matuhin (92 kg/1. Luckenwalder SC) schickt Bundestrainer Jürgen Scheibe die drei letzten deutschen Starter auf die Matte der Polyvalent-Hall in Bukarest.

Foto: Ove Gundersen