Im Ringen gibt es Legenden, so zum Beispiel Alexander Karelin, der russische Ringer der von 1978 bis 2000 unbezwungen blieb, oder der deutsche Welt- und Europameister Alexander Leipold, dem die olympische Goldmedaille von Sydney 2000 wegen Dopingvorwürfen aberkannt wurde. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten, darf sich Leipold mittlerweile Sieger des olympischen Turnieres nennen. Die Medaille bekam er jedoch nicht zurück.

Doch es gibt auch Journalisten und Moderatoren, die zu Legenden geworden sind, so auch die ‘Stimme des Rad- und Ringkampfsportes’ Klaus Angermann, der am vergangenen Sonntag seinen 80. Geburtstag feierte. Mit geschlossenen Augen würden viele Sportinteressierte die Stimme Angermanns sofort erkennen.

Inzwischen hat Klaus Angermann das Mikro aus den Händen gelegt, Thomas Eigenbrodt präsentiert den Ringkampfsport nunmehr auf anderer Ebene dem Publikum, kommentiert das Geschehen bei Deutschen Meisterschaften, aber auch beim Grand Prix von Deutschland vor Ort, als Hallensprecher in den Wettkampfstätten. Da Klaus Angermann als ZDF-Reporter und Fachmann für den Ringkampfsport ausschied und der Sender die Berichterstattung auf ein Minimaß zurück drehte, dass sich nunmehr ausschließlich auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele beschränkt, konzentriert sich die Funktion von Thomas Eigenbrodt auf anderer Ebene; als Hallensprecher in den Ringkampf-Arenen Deutschlands.

Thomas Eigenbrodt ist Fachmann, begann 1971 beim legendären Verein ASV Heros 94 Dortmund, wechselte später nach Kirchlinde. Seine größten sportliche Erfolge waren der Deutsche Jugendmeistertitel 1982 und der 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Männer 1987. „Es gab richtig gute Kämpfe in meiner Laufbahn“, bestritt Eigenbrodt auch knappe- und spannende Duelle gegen den heutigen Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe. Seine beiden Jungs Moritz und Felix traten nicht in die Fußstapfen des Vaters, verschrieben sich einer anderen Kampfsportart, dem Handball. Hier spielt der ältere Moritz bereits erfolgreich in der 3. Liga, Felix schießt die Tore in der A-Jugend- und dort in der höchsten Klasse, der Bundesliga.

„Schon sehr zeitig begann ich bei den vielen Jugendmeisterschaften, die in Kirchlinde ausgetragen wurden, als Sprecher“, so Eigenbrodt, der dann auch gemeinsam mit Frank Piontek die Internationalen, Deutschen Meisterscaften der Frauen moderierte, die damals ebenfalls in Kirchlinde ausgetragen wurden. Piontek, der zudem auch Basketballspiele in Bonn moderierte, wurde Stadionsprecher auf Schalke, so übernahm Eigenbrodt das Mikro bei den Ringern allein. „Ab 2004 habe ich bei den Deutschen Meisterschaften als Hallensprecher fungiert, 2006 kamen Vertreter des Deutschen Ringer- Bundes auf mich zu und baten mich, das Sprecheramt für den DRB zu übernehmen, seitdem bin ich auf allen nationalen- und internationalen Meisterschaften in Deutschland fester Sprecher“, unterstreicht Thomas Eigenbrodt, dass es der Spaß ist, der ihn viele Wochenenden zu verschiedensten Titelkämpfen reisen lässt. „Persönliche Gespräche mit Athleten und den Bundestrainern verbessern das Hintergrundwissen enorm, außerdem macht es Spaß, immer wieder alte Weggefährten zu treffen“, versucht Eigenbrodt dem Publikum die Kämpfe authentisch, aber auch mit Witz und Sachkenntnis zu vermitteln – und die neue Stimme des Ringkampfsportes nach Klaus Angermann wird damit auch gut angenommen.