Silber durch Roland Schwarz (77 kg), Bronze durch Fabian Schmidt (55 kg/beide SVW Burghausen) und Denis Kudla (87 kg/VfK Schifferstadt), das war die deutsche Ausbeute am sechsten Wettkampftag der Europameisterschaften in Bukarest.

Roland Schwarz (77 kg/SVW Burghausen) kämpfte sich mit einer starken Leistung in den Kampf um den Titel, wo er allerdings dem Olympiasieger von 2012 und 2016 Roman Vlasov (RUS) gegenüberstand, der auch an diesem Tag nicht zu bezwingen war. Nach einer Minute Kampfzeit hatte der russische Spitzenringer 10:0-Wertungspunkte zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit gesammelt. Dennoch hatte Schwarz mit der Finalteilnahme alle Erwartungen übertroffen. Am Vortag hatte Roland Schwarz mit Elvin Mursaliyev (AZE), Arsen Julfalakyan (ARM) und dem U23-Weltmeister 2017 und 2018 Daniel Cataraga (MDA) eine ganze Reihe von Spitzenringern aus dem Rennen geworfen.

Zudem erkämpfte sich Denis Kudla (87 kg/VfK Schifferstadt) im kleinen Finale die Bronzemedaille. In der Hoffnungsrunde wies der Schifferstädter zunächst den Olympiasieger von 2016 in Rio Davit Chakvetadze in die Schranken und schulterte danach auch den Titelverteidiger und WM-Dritten des letzten Jahres Maksim Manukyan ARM), der 2017 auch den Weltmeistertitel gewonnen hatte, mit einem Hüftwurf. Am Vortag hatte Kudla seinen Auftaktkampf gegen Islam Abbasov (AZE) mit 1:1 durch die zuletzt vergebene Wertung verloren, der allerdings das Finale erreichte, so dass der Schifferstädter über die Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen konnte

Den Kampf um Bronze gewann am Abend auch Fabian Schmitt (55 kg/SVW Burghausen), der aufgrund geringer Teilnehmerzahlen im leichtesten Limit, nach seiner Niederlage gegen Florin Tita (ROU) keine Hoffnungsrunde bestreiten musste. Gegen den Norweger Anders Rönningen gewann Schmitt mit 2:1-Wertungspunkten, hatte danach kaum noch Kraft, die Siegerfaust nach oben zu strecken. Das machte Bundestrainer Michael Carl für den Papiergewichtler, der sich mit seinem Schützling über den Gewinn der Bronzemedaille freute. Für Schmitt war es wieder eine internationale Meisterschaft nach der EM 2013 in Tiblissi (GEO).

Der DRB-Halbschwergewichtler Ramsin Azizsir (97 kg/SVW Burghausen) bezwang in der Qualifikation Tamas Soos (SVK) mit 9:0, unterlag jedoch im Achtelfinale gegen Mykola Krysov (UKR) hauchdünn mit 3:3 Punkten und schied aus, da der Ukrainer seinen Viertelfinalkampf verlor und damit das Finale verfehlte.

Auch Etienne Kinsinger (60 kg/KSV Köllerbach) verbuchte einen 5:4-Auftaktsieg über Erik Torba (HUN), unterlag dann aber im Achtelfinale gegen Jakopo Sandron (ITA) mit 0:4 . Damit war das EM-Turnier für den Saarländer beendet, da auch der Italiener das Finale nicht erreichte.

Dagegen kann Hannes Wagner (82 kg/AC Lichtenfels) nach seiner Auftaktniederlage gegen Raibek Bisultanov (DEN) am Sonntag in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da der Däne am Abend des letzten Kampftages Finale  um den Europameistertitel steht. Der Lichtenfelser trifft dabei auf Viktar Sasunouski (BLR).
Erik Weiß (67 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) ist nach einem 3:2-Kampfsieg über den Letten Aleksandrs Jurkjans und einer klaren Niederlage gegen Sachino Davitaia (GEO) ausgeschieden, da der Georgier den Sprung ins Halbfinale schaffte, aber dort gegen Atakan Yuksel (TUR) unterlag.
Aus dem Rennen ist auch Michael Widmayer (72 kg/TSV Ehningen), der das erste Duell kampflos gewann, da sich sein Achtelfinalgegner Denis Horvath (SVK) am Vortag beim Training verletzt hatte und nicht antreten konnte.
Im Viertelfinale verlor Widmayer gegen Aik Mnatsakanian (BUL) hauchdünn mit 1:1, bedingt durch die zuletzt vergebene Punktwertung an den Bulgaren, der damit das Halbfinale erreichte. Mnatsakanian verlor am Abend gegen Cengis Arslan (TUR), damit war der Weg für Michael Widmayer über die Hoffnungsrunde verbaut.

Foto: Jörg Richter