Die Krefelderin Aline Rotter-Focken (76 kg) hat bei den Europameisterschaften der Ringer in Bukarest (ROU) das kleine Finale gegen Kamile Gaucaite (LIT) durch Schultersieg in der ersten Runde des Bronzekampfes für sich entschieden.

Am Vortag hatte sich Aline Rotter-Focken in der Qualifikation gegen Enrica Rinaldi (ITA) mit 11:0 Wertungspunkten durchgesetzt und im Achtelfinale auch Alla belinska (UKR) mit 6:0 in die Schranken gewiesen. Auch im Viertelfinale setzte sich die Krefelderin gegen Epp Mae (EST) durch, wurde im Halbfinale von der Titelverteidigerin Yasemin Adar (TUR) gestoppt, die 2018 auch WM-Silber gewann. Die Türkin stand damit im Finale, während Aline Focken mit Kamile Gaucaite (LIT) auf die Siegerin der Hoffnungsrunde wartete, die sie am Donnerstagabend mit

Der Deutsche Ringer- Bund hat bei den Frauen eine weitere Medaille sicher, Anna Schell (72 kg/RLZ Aschaffenburg) steht am Freitagabend im Kampf um den Europameistertitel, nachdem sie im Halbfinale Tatiana Kolesnikowa Morozowa (RUS) auf beide Schultern gedrückt hatte. Die russische Ringerin lag bereits mit 4:0 in Führung, als Anna Schell den Rückstand mit Beinangriffen aufholte und  Tatiana Kolesnikowa Morozowa im Bodenkampf schulterte.

Anna Schell startete mit einem Schultersieg über die Lokalmatadorin Alexandra Anghel (ROU) ins EM-Turnier, musste im zweiten Duell gegen Anastasiya Zimiankowa (BLR) jedoch eine 3:4-Punktniederlage hinnehmen, wobei die DRB-Ringerin bis 2 Sekunden vor dem Schlussgong noch mit 3:2 führte. Dennoch stand Anna Schell, die ihre Vorrunde auf Grund geringer Teilnehmerzahlen in ihrer nichtolympischen Gewichtsklasse im nordischen System ‘Jeder gegen Jeden’ austrug, im Halbfinale, dass sie dann auch gegen Tatiana  Kolesnikowa Morozowa (RUS) gewann. Im Finale steht Anna Schell am Freitagabend der Ukrainerin Alina Berezhina Stadnik Makhynia gegenüber, die 2013 schon einmal den Weltmeistertitel in die Ukraine holte und 2015 die Euro-Games in Baku (AZE) gewann.

Luzie Manzke (65 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) kämpft trotz ihrer knappen 0:2-Punktniederlage gegen Elis Manolowa (AZE) am Freitag in der Hoffnungsrunde weiter, da die Ringerin aus Aserbaidschan im Halbfinale das Kunststück fertig brachte und Weltmeisterin Petra Olli (FIN) schulterte. Elis Manolowa zog damit ins Finale ein und Luzie Manzke trifft in der Hoffnungsrunde auf Henna Johansson aus Schweden, die im Vorjahr schon EM-Bronze in Kaspiisk (RUS) gewann. Ihren Auftaktkampf gewann Luzie Manzke zum Beginn des 4. Wettkampftages gegen Krystsina Fedaraschka (BLR) durch Schultersieg.

Mit zwei Siegen über Krystsina Sazykina (BLR) und Mariana Cherdivara Esanu (MDA) kämpfte sich Luisa Niemesch (62 kg/SV Germania Weingarten) bis ins Viertelfinale, wo sie gegen Moa Nygren (SWE) bereits mit 4:0 führte. Doch die Schwedin glich aus und gewann  den Kampf noch durch die zuletzt vergebene Wertung. Im Halbfinale verlor Moa Nygren gegen Aurora Campagna (ITA) und verpasste das Finale nach Videobeweis in letzter Sekunde mit 3:6, damit blieb für die DRB-Ringerin der Weg über die Hoffnungsrunde verwehrt.

Gleiches Los traf auch Auch Elena Brugger (57 kg/TuS Adelhausen) und Annika Wendle (53 kg/ASV Altenheim). Elena Brugger unterlag in ihrem Auftaktkampf gegen die U-23-Europameisterin diesen Jahres Anastasia Nichita (MDA), die sich jedoch im weiteren Turnierverlauf für das Halbfinale qualifizierte, dort jedoch gegen Tetiana Kid (UKR) den Kürzeren zog. Annika Wendle (53 kg/ASV Altenheim) verlor im Achtelfinale gegen die erfahrene Jessica Blaszka (NED) mit 0:10- und auch Jessica Blaszka, die 2015 WM-Bronze gewann, kämpfte sich ins Halbfinale. Dort wurde die Niederländerin von Lilya Horischna (UKR) mit 6:1 Punkten in die Schranken gewießen, so dass auch für die Südbadenerin, die noch im März diesen Jahres den Europameistertitel in der Altersklasse U-23 gewann, das EM-Turnier in Bukarest gleich nach dem ersten Duell wieder beendet ist.

Endgültig ausgeschieden ist auch Maria Selmaier (68 kg/KSC Apolda), die gleich im ersten Duell des Tages in der Hoffnungsrunde gegen Danute Domikaityte (LIT) auf Schulter verlor.

Am Vortag stand Maria Selmaier nach ihrem 7:0-Punktsieg in der Qualifikation gegen Sara da Col (ITA), der Tschechin Adela Hanzlickova gegenüber und musste in der zweiten Runde eine Schulterniederlage hinnehmen. Adela Hanzlickova blieb im Halbfinale siegreich, somit konnte Maria Selmaier in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen, wo sie auf Danute Domikaityte (LIT) traf.

Ab Freitag greifen die Griechisch-Römisch-Spezialisten ins Kampfgeschehen ein, die am Wochenende den Schlusspunkt hinter die Europameisterschaft von Bukarest setzen. Im leichtesten Limit trifft Florian Schmitt (55 kg) auf den Rumänen Florin Tita, Roland Schwarz (77 kg/beide SVW Burghausen) bekommt es mit Elvin Muraliyew (AZE) zu tun. Richtig spannend dürfte es gleich in der Qualifikation für Denis Kudla (87 kg/VfK Schifferstadt) werden, der in einer Neuauflage des EM-Bronzefinals aus dem Vorjahr Islam Abbasov (AZE) vor der Brust hat. In Schwergewicht treffen die beiden WM-Fünften von Budapest 2018 Eduard Popp (130 kg/VfL Neckargartach) und Heiki Nabi (EST) aufeinander.