Nach dem Aus der Red Devils Heilbronn im Viertelfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft schießt sich ein Onlineportal auf den Deutschen Ringer-Bund ein. „Echo 24“ übt scharfe Kritik an der Vorgehensweise des DRB nach dem Rückkampf gegen den ASV Mainz. Ringsport-Magazin sprach mit Präsident Manfred Werner darüber.

Wie gehen Sie mit der Schlagzeile „Der DRB macht das Ringen kaputt“ um?

Werner: Wir haben diese Schlagzeile aus der Lokalredaktion von Echo 24.de gelesen. Es ist immer wieder überraschend, welchen Unsinn mancher „Journalist“ von sich gibt. Da wird der DRB pauschal mit dem zuständigen Sport-Schiedsgericht gleichgesetzt, da wird etwas herausposaunt, ohne überhaupt einmal beim DRB nachgefragt zu haben, da wird plumpste Stimmungsmache betrieben. Solche Schreiberlinge sind es, die dem Qualitätsjournalismus dauerhaften Schaden zufügen und dazu beitragen, dass man nicht mehr nur am rechten Rand von Lügenpresse spricht.

Einen Verband wie den DRB, der im Ringen der erfolgreichste westeuropäische Verband ist, mit eingeschlossen noch etliche osteuropäische Nationen, der in den letzten Jahren in allen Alterskategorien jährlich immer 20 bis 24 Medaillen auf EM, WM, Olympische Spiele erzielt, darunter EM- und WM-Titel und jetzt neu fünf Qualiplätze für Tokio  inklusive vier Bronzemedaillen  erkämpft hat, zu unterstellen „das Ringen kaputt zu machen“, da kann man diesem Herrn nur empfehlen, so lange den Mund zu halten, bis er weiß, wovon er redet und schreibt. Auch Journalisten können Fake-News produzieren. Das beweist dieser Schreiber eindrucksvoll.

Ist die Aussage des Journalisten, „ein Verband, der sich langsam abschafft – und sich nicht wundern muss, warum Top-Vereine die Deutsche Ringer-Liga gegründet haben“ nicht an den Haaren herbeigezogen?

Werner: Diese Aussage spottet ebenso inhaltlich jeder Beschreibung. Auch hier: keinerlei Recherche, jeder der sich auch nur ein wenig mit der Thematik befasst, wird feststellen und zugeben müssen, dass die DRL die sich selbst gesetzten Ziele nicht erreicht hat. Ein kampfloser Finaleinzug und Kämpfe, die wegen Wegbrechen der Vereine nicht stattgefunden haben. Hauptsache, mit dem Kommentar auf den Dachverband eingeknüppelt. Das scheint die Maxime dieses Herrn zu sein.

Ist vielleicht der Frust der Heilbronner zu groß als amtierender Vizemeister vorzeitig ausgeschieden zu sein? Denn auch die Devils sprechen von einem „fahlen Nachgeschmack“.

Werner: Ich verstehe natürlich, dass man aus Heilbronner Sicht nicht glücklich über das Ergebnis der gerichtlichen Verhandlung ist. Als Verein, der zwar noch relativ frisch dabei ist und vorne in der Bundesliga mitspielt, dafür aber schon hervorragende Leistungen gezeigt hat, schmerzt das Ausscheiden natürlich besonders. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass sich Heilbronn auch im Rückkampf sportlich und durch unglückliche Umstände nicht durchsetzen konnte.

Bereits im Hinrunden Kampf gab es Spannungen. Statt einer komfortablen 22:8-Führung für die Devils, wertete der DRB das Ergebnis im Nachgang anders: 18:12 führten die Heilbronner gegen Mainz vor dem Rückkampf. Hat das Dreimann-Kampfgericht bei der Waage nicht korrekt gehandelt? Wie sehen Sie das im Nachgang?

Werner: Hier vielleicht gleich vorweg nochmals die Klarstellung: Nicht der DRB trifft hier eine Entscheidung, sondern das unabhängige Sport-Schiedsgericht. Ich maße mir daher für das Präsidium auch nicht an, die Entscheidung des Gerichts zu kritisieren oder anderweitig zu bewerten. Insofern erübrigt sich auch die Frage, ob das Kampfgericht einen Fehler gemacht hat. Das Gericht zumindest hat einen solchen Fehler gesehen und deshalb das Ergebnis geändert. Diese Entscheidung haben wir und hat Heilbronn zu akzeptieren.