Der Titelverteidiger SV Wacker Burghausen gewann den Final-Hinkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der DRB-Bundesliga der Ringer bei den Red Devils Heilbronn mit 14:13 und stieß damit die Tür zur erfolgreichen Titelverteidigung weit auf.

Der Ansturm in die Römerhalle Heilbronn war riesig, die Arena hätte gut und gerne doppelt so groß sein können, aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Österreich strömten Ringerfans zum ersten Finalduell herbei und erlebten einen spannenden Kampf. „Wir haben die Begegnung eigentlich schon in der ersten Halbzeit verloren“, resümierte Red-Devils-Trainer Andrei Puscas nach dem letzten Kampf, die Trainerecke der Gastgeber hatte sich vor allem von  Papiergewichtler Bekir Sahin (55 kg/FR), aber auch von Taimuraz Friev (98 kg/FR) mehr versprochen. Vor allem Bekir Sahin war gegen Burghausens Valdimir Egorov überfordert, der Europameisterschafts-Fünfte der U-23 aus der Türkei unterlag Egorov gleich mit 13:0 und gab damit drei Mannschaftspunkte an die Oberbayern ab. Eduard Popp (130 kg/GR) hatte nicht viel Mühe mit dem 25 kg leichteren Wackeraner Leon Karic, nach nur einer Minute hatte das Heilbronner Eigengewächs 16:0 Punkte zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit zusammen. Es folgten drei Schlüsselkämpfe, die allesamt an Burghausen gingen; der Deutsche Meister Fabian Schmitt (61 kg/GR) lag nach der ersten Runde noch mit 0:5 zurück, Heilbronn‘s Dustin Scherf nutzte eine Passivitätsverwarnung an Schmitt zu zwei Aktionen im Bodenkampf, die ihn bis zum Ende der ersten Kampfrunde in Führung brachten. Umgekehrtes Bild in Runde zwei, das Kampfrichtertrio sprach Scherf eine Passivitätsverwarnung aus und Schmitt, der vor Saisonbeginn von Nürnberg nach Burghausen wechselte, rollte den aus Leipzig stammenden Kontrahenten gleich dreimal zum 8:5-Endstand. Burghausens Halbschwergewichtler Erik Thiele nutzte seinen 10 kg Gewichtsvorteil und schob Taimuraz Friev in Runde eins zweimal aus der Kampffläche, ging mit 2:0 in Führung. Ende der 4. Minute dann der Angriff von Friev, der zum 2:2 ausglich und bedingt durch die höhere Wertung die Nase vorn hatte. Thiele gelang es, Friev 13 Sekunden vor Kampfende, aus einer etwas unübersichtlichen Aktion heraus, ins Aus zu schieben und erkämpfte sich damit den knappen 3:2-Punktsieg. Im letzten Kampf vor der Halbzeitpause unterlag auch Heilbronns George Bucur (66 kg/FR) gegen Chengizhan Erdogan, der Burghausener holte beim 7:0-Punktsieg zwei Mannschaftszähler für den SV Wacker zur 4:7-Halbzeitführung der Gäste.

Zum Beginn der zweiten Hälfte des Kampfabends blies Pascal Eisele (86 kg/GR) zur Aufholjagd, der Europameister von 2016 bezwang Burghausens Routinier Eugen Ponomartschuk mit 10:1-Wertungspunkten, doch schon im nächsten Kampf erwieß sich mit Michael Widmayer (71 kg/GR) erneut ein Burghausener als der Stärkere, Widmayer bezwang Heilbronns erfahrenen Kämpfer, Christian Fetzer mit 4:0 Punkten. Kamal Malikov (80 kg/FR) sorgte bei den ‚Roten Teufeln‘ noch einmal für einen Hoffnungsschimmer, der russische Ringer lag zunächst gegen den Deutschen Meister Benjamin Sezgin zurück, doch in der zweiten Kampfminute drückte Malikov den Burghausener auf beide Schultern. 11:10 führten nun die Red Devils, die jubelnd auf die Matte sprangen und Malikov feierten, während Sanitätsdienst und Ärzte  Benjamin Sezgin wieder auf die Beine halfen, der nach der Schulterniederlage regungslos auf der Matte liegen blieb. Doch Burghausens Mannschaftsleister Rene Klimars hatte mit Magomedmurat Gadzhiev (75 kg/FR) noch ein Ass im Ärmel, gegen den Heilbronns Michele Rauhut chancenlos war. Nach 2:39 Minuten hatte der amtierende Vize-Europameister, der 2012 von Russland nach Polen gewechselt war, 16:0 Punkte auf dem Konto, was zum Abbruch durch technische Überlegenheit führte.

Im letzten Duell schickte Heilbronn keinen Geringeren als den dreifachen Weltmeister Frank Stäbler (75 kg/GR) gegen Burghausens Matthias Maasch auf die Matte. Der Burghausener – inzwischen auch als Trainer tätig, hielt ordentlich dagegen, erst in der zweiten Runde des Kampfes gelang Stäbler ein Ausheber, der den 4:0-Punktsieg sicher stellte. 13:14, so das Endresultat aus Sicht der Red Devils Heilbronn. „Burghausen dürfte in einer Woche, beim Rückkampf noch etwas stärker stehen, dennoch werden wir unser stärkstes Aufgebot nach Bayern entsenden, zu verschenken haben wir nichts und vielleicht gelingt es uns doch noch, den Kampf zu unseren Gunsten zu entscheiden“, übt sich Heilbronn‘s Trainer Marcus Mackamul in Optimismus. Geschont wurde indes der Hofer Ramsin Azizsir, der mit Burghausen bis ins Finale vor drang und nun im Rückkampf helfen möchte, den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Der Rückkampf wird am kommenden Samstag, 19:30 Uhr, in der Sportparkhalle in Burghausen ausgetragen.

Bild: Eduard Popp holte vor der Pause für die Red Devils den einzigen Einzelsieg. Foto: Jörg Richter