Wer kann diesen Frank Stäbler aufhalten? Der deutsche Weltmeister von 2015 und 2017 ist bei den Titelkämpfen in Budapest (HUN) auf dem besten Weg zum Triple. Am Abend des 6. Wettkampftages gewann der Ringer aus dem württembergischen Musberg das Halbfinale gegen Rasul Chunaev (AZE) mit 9:1-Punkten. Wie schon im Viertelfinale lag Stäbler zunächst zurück und setzte in der zweiten Kampfrunde zu einem Zwischenspurt an, indem er seinen Gegner zu Boden riss und dann mit zwei Aushebern punktete. Schluss, aus, vorbei – 9:1, die Differenz von 8 Punkten zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit war erreicht, die vielen deutschen Fans in der Halle jubelten Frank Stäbler zu, der mit dem Finaleinzug die erste deutsche Medaille bereits erkämpft hat. Doch mit Silber will er sich gar nicht erst anfreunden, Stäbler will die Goldmedaille – seine Dritte in Folge. „Frank hat heute ein Wahnsinns-Turnier gerungen, Rückstände aufgeholt und einfach super gekämpft“, rang Bundestrainer Michael Carl kurz nach dem Halbfinalkampf nach Worten. Am Freitagabend steht dann das Finale gegen den Lokalmatador Balint Korpasi (HUN) an.

Bereits in den vorangegangenen Begegnungen brillierte Stäbler mit sehenswerten Techniken und viel Kampfgeist. Mit einer eindrucksvollen Aufholjagd bezwang Stäbler im Viertelfinale, in einer Neuauflage des Vorjahresfinals den Kasachen Demeu Zhadrayev mit 10:6-Punkten. Dabei lag Stäbler schon mit 0:6 Punkten zurück, doch dann warf der Musberger die Maschine an und punktete mit sehenswerten Würfen. Frank Stäbler gewann am Morgen seinen Auftaktkampf in der Qualifikation gegen Giorgi Khutchua (GEO) mit 12:3, war dem Georgier technisch überlegen und bezwang anschließend auch den starken russischen Ringer Abuiazid Mantsigov mit 3:3 Zählern, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung.

Ausgeschieden ist hingegen Roland Schwarz (82 kg/ASC Bindlach), der in Budapest kurz vor einer handfesten Sensation stand. Der erst 22-jährige Sportsoldat katapultierte sich mit zwei vorzeitigen Siegen ins Viertelfinale. In der Qualifikation warf er den Moldawier Viorel Burduja mit 12:1 sprichwörtlich aus dem Rennen und auch das Achtelfinale gewann der Ringer, der in Bindlach das Ringer-ABC erlernte, gegen den Japaner Yuya Maeta mit sehenswerten Würfen.
Erst im Achtelfinale wurde der Schützling von Bundestrainer Michael Carl von Atabek Azisbekov (KGZ) mit 2:8 Punkten gestoppt. Der Kirgise unterlag in seinem Halbfinalkampf am Abend gegen den Weltmeister von 2014 Peter Bacsi (HUN) und verpasste damit das Finale. Damit war für Roland Schwarz das WM-Turnier beendet, dennoch erntete er das Lob von Michael Carl: „Roland hat hier starke Kämpfe abgeliefert, ich bin mit seiner Leistung sehr zufrieden“.

Foto: Jörg Richter