Die Zuschauer, die am vergangenen Wochenende trotz hochsommerlicher Temperaturen in die Helmut-Körnig-Halle im Dortmunder Westfalenpark kamen, waren begeistert, zwei Tage haben sie hochklassigen Ringkampfsport erlebt. Der griechisch-römische Stil, eigentlich das Sorgenkind des Ringkampfsportes, zeigte sich von seiner besten Seite. Offensive Kampfweise, attraktive Würfe und natürlich erfolgreiche deutsche Athleten ließen die Anhänger des Kampfsportes mit der Zunge schnalzen, die am Ende ihre Lieblinge Denis Kudla (siehe Foto, Jörg Richter) und Frank Stäbler beim Heimauftritt feierten.
190 Ringer aus 26 Nationen trafen sich, darunter zahlreiche Medaillengewinner von Welt- und Europameisterschaften, sowie Olympischen Spielen sorgten für absolutes Spitzenniveau. Einige Nationen besetzten die Gewichtsklassen doppelt, nutzen sie den Grand Prix, um sich genau wie DRB-Bundestrainer Michael Carl auf einen engeren Kaderkreis für die Weltmeisterschaft festzulegen, die im Oktober in Budapest (HUN) ausgerungen wird. Ungarn gewann die Länderwertung mit 44 Punkten vor Gastgeber Deutschland (25), der Türkei (23) und Georgien (22), die Ukraine kam mit 22 Zählern auf Rang fünf über die Ziellinie.
Zahlreiche Überraschungen prägten diesen Wettkampf in Dortmund aus deutscher Sicht. So erkämpfte im leichtesten Limit bis 55 Kilogramm Nürnbergs Fabian Schmitt mit einer grandiosen, kämpferischen Leistung Bronze und auch Roland Schwarz (ASC Bindlach) setzte mit Rang drei in seiner stark besetzten Kategorie bis 82 Kilogramm ein dickes Ausrufezeichen. Der Olympiadritte von Rio 2016, Denis Kudla (87 kg/VfK Schifferstadt), krönte seine Leistung mit dem Grand-Prix-Sieg und setzte mit der Goldmedaille das i-Tüpfelchen für das deutsche Team.
Der verletzungsbedingt angeschlagene Weltmeister Frank Stäbler (72 kg/KSV Musberg) erhielt von den Ärzten erst am Freitagabend grünes Licht für das Grand-Prix-Turnier. Stäbler kämpfte sich mit vier Siegen ins Finale. Doch die verletzte Rippe schmerzte noch zu sehr, so dass ihn Bundestrainer Michael Carl vorsorglich das Finale gegen Toni Ojala (FIN) nicht mehr auskämpfen ließ. Silber damit für den Musberger.
„Die Medaillengewinner ragen aus der Mannschaftsleistung natürlich heraus, aber wir haben auch noch einige Baustellen, die es bis zu den Weltmeisterschaften zu beheben gilt“, so Bundestrainer Michael Carl über viel Licht, aber auch Schatten, den sein Team in Dortmund offenbarte. Vor allem die Leistung von Denis Kudla fand das Lob des Trainers: „Er erkämpfte souverän den Turniersieg und wenn er einen Punkt brauchte, dann machte Denis ordentlich Druck, dass hat mir alles sehr gut gefallen“. Auch die Leistungen der beiden Bronzemedaillengewinner Fabian Schmitt und Roland Schwarz hob Michael Carl hervor.









