Es war ein echter Heimkampf für Frank Stäbler: Bei den Europameisterschaften der Ringer in Rom gewann der Musberger das Finale gegen Iuri Lomadze überlegen mit 6:2. Angetrieben von etwa 80 mitgereisten deutschen Fans entfachte Stäbler ein Feuerwerk, bei dem der Georgier nicht mithalten konnte. Erst als eine Minute vor Kampfende eine der beiden Punkttafeln ausfiel, erholte sich Lomadze vom Ansturm Stäbler etwas. Doch Stäbler verwaltete den Vorsprung sicher und holte den Titel, den er nach dem Kampf gleich mit in die Menge seiner Fans nahm, um mit Freunden und Familie ausgelassen zu feiern. Für Stäbler ist es ein weiterer Titel in seiner langen Laufbahn. Der dreifache Weltmeister hatte es bereits angekündigt: Nach Olympia 2020 in Tokio soll international Schluss sein.

Hannes Wagner 82 kg/AC Lichtenfels) hatte im Kampf um Bronze mit Stanislau Shafarenka, einen der starken Weißrussen vor der Brust. Im Vorjahr unterlag Wagner im kleinen EM-Finale nur hauchdünn, diesmal war Glücksgöttin Fortuna auf Seiten des Oberfranken.

DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis war außer sich vor Freude: „Was soll ich dazu sagen, die Jungs haben es herausgerissen, Frank mit phantastischer Kampfleistung und auch gestern Jello Krahmer und jetzt Hannes Wagner, eine großartige Leistung dieser drei Ringer“.

Und aus dem frischgebackenen Europameister sprudelte es förmlich heraus: „Bombastisch, hammermäßig, unglaublich, mir gehen die Superlative aus, ich bin so glücklich neben drei Weltmeistertiteln nun der zweite Europameistertitel, es hat alles gepasst“. Das Geheimnis des Erfolgs: „Das ist die grüne Wand, meine Fans die zu mir stehen, meine Familie, Freunde und das Trainerteam. Der Blick geht jedoch auch schon nach Tokio zu den Olympischen Spielen, wo es möglichst Gold werden soll. Das ist dann ein neues Spiel mit neuen Regeln und anderer Gewichtsklasse, aber der Zug rollt, ich bin motiviert“.