Über 100 Frauen und 75 Mädchen aus 19 Nationen ließen den Grand Prix von Deutschland in Dormagen einmal mehr zu einem Weltklasseturnier werden. Mit Russland, Kanada, den USA, Ungarn und Schweden waren führende Nationen aus dem weiblichen Bereich des Ringkampfsportes anwesend und drückten dem Turnier ihren Stempel auf.
Auch aus den deutschen Leistungszentren waren Ringerinnen nach Dormagen gekommen, um sich zu messen und vor den anstehenden nationalen, aber auch internationalen Höhepunkten eine Standortbestimmung vorzunehmen.

Was war das für eine Weltklasseleistung von Luisa Niemesch (62 kg/SV Germania Weingarten), die nach vier Siegen das oberste Siegertreppchen eroberte. Gleich im ersten Kampf traf die Nordbadenerin auf die Bronzemedaillengewinnerin der Weltmeisterschaft 2018 in Budapest, Malhory Velte. Nach einem Punktstand von 1:1 war es die zuletzt vergebene Wertung, die den Kampf zu Gunsten von Luisa Niemesch entschied. Die Ringerin aus Weingarten bezwang im zweiten Duell ihre Nationalmannschaftskollegin Luzie Manzke vom RSV Hansa 90 Frankfurt/O. und im Halbfinale auch die Bronzemedaillengewinnerin der letztjährigen Junioren-Europameisterschaft Elena Esposito (ITA). Im Finalduell zwang Luisa Niemesch dann auch Johanna Mattsson (SWE), die 2017 Bronze bei WM und EM gewonnen hatte, mit 6:3-Wertungspunkten. „Mit diesem Erfolg hat Luisa Niemesch eine sehr starke Form nachgewiesen“, freute sich Bundestrainer Patrick Loes über den Erfolg der Nordbadenerin.

Einen weiteren Turniersieg heimste in Dormagen Andrea Grasruck (59 kg/ASV Neumarkt) ein, die im Finale Diana Kayumova (KAZ) überraschte- und auf beide Schultern drückte. In ihren Vorrundenduellen machte es Andrea Grasruck spannend. War der 11:6-Erfolg im Auftaktduell gegen Lauren Louive (USA) noch verhältnismäßig deutlich, so entwickelte sich das Duell gegen Debora Lawnitzak aus Berlin zu einem wahren Krimi, bei dem Andrea Grasruck die Nasenspitze mit 3:2 knapp vorn hatte. Im Halbfinale setzte sich die Ringerin aus Bayern mit 8:5 gegen Brenda Reyna durch und stand damit im Finale, dieser Gewichtsklasse.

Ebenfalls aus Bayern, genau gesagt vom SC Anger kommt Katharina Baumgartner, die im leichtesten Limit bis 50 kg den zweiten Platz belegte. In den Vorrundenbegegnungen bezwang sie die Französin Tabatha Grunewald mit 7:2 Punkten, sowie Emanuela Liuzzi (ITA) – immerhin Bronzemedaillengewinnerin der Junioren-Europameisterschaft 2018, die Katharina Baumgartner mit 8:4 Zählern in die Schranken wieß. Erst im Finale wurde die DRB-Ringerin von Withney Conder (USA) gestoppt, die bei den Panamerikanischen Meisterschaften 2018 den Titel gewonnen hatte und bereits seit 2007 erfolgreich im internationalen Geschehen vertreten ist.

Ebenfalls Silber gewann Anastasia Blayvas (55 kg/KFC Leipzig), die das Turnier in ihrer Gewichtsklasse auf Grund geringer Teilnehmerzahl im nordischen System ‚Jeder gegen Jeden‘ absolvieren musste. Gleich das erste Duell ging gegen Cameron Guerin (USA), der Panamerikanischen Meisterin von 2017 und 2018, mit 3:15 Wertungspunkten verloren. Doch dann ließ die Leipzigerin vorzeitige Siege gegen Florine Schedler, Jeanny Kessler (beide Österreich) und Areana Villaecusa (USA) folgen und kämpfte sich damit auf den 2. Platz hinter Cameron Guerin.

Nach Bronze beim hoch dotierten Klippan-Cup in Schweden vor einer Woche, kämpfte sich Francy Rädelt (76 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) bei den Frauen erneut auf das Siegerpodium, nach drei Siegen und zwei Niederlagen belegte die Ringerin aus der Odermetropole ein weiteres Mal auf Rang 3.
Ihren ersten Kampf gewann Francy Rädelt gegen die Vize-Europameisterin der Junioren 2018 Enrica Rinaldi (ITA) mit technischer Überlegenheit (11:1) vorzeitig, musste dann jedoch die Überlegenheit der zuletzt immer stärker auftrumpfenden Österreicherin Martina Kuenz anerkennen.  Die Studentin aus Frankfurt(O.) legte einen Sieg gegen die Weißrussin Inkara Zhanataeyeva nach, der mit 12:0 Wertungspunkten souverän ausfiel. In Runde 4 stand Francy Rädelt der Russin Natalya Vorobeva gegenüber, die bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio Silber gewann und seit vielen Jahren zur absoluten Weltspitze gehört. Francy Rädelt musste eine Schulterniederlage quittieren und stand damit im Kampf um Bronze. Dieses Duell gewann die Frankfurterin, die im Bundes-Leistungsstützpunkt unter den Fittichen von OSP-Trainer Michael Kothe trainiert, gegen die Britin Georgina Nelthorpe mit 11:0 Wertungspunkten und dem damit verbundenen Abbruchsieg durch technische Überlegenheit. Francy Rädelt gelang damit auch beim Grand Prix in Dormagen der Sprung auf das Siegertreppchen.

Den Sprung auf das Siegerpodium schaffte auch Debora Lawnitzak (59 kg/SV Luftfahrt Berlin), die am Ringerzentrum Frankfurt(O.) trainiert und sich dort auf internationale Höhepunkte vorbereitet. Debora Lawnitzak machte es spannend, gleich im ersten Duell gewann die DRB-Ringerin gegen Lauren Louive (USA) mit 8:8 Punkten, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung. Schmerzhaft war hingegen die 2:3-Niederlage im DRB-internen Vergleich gegen Andrea Grasruck (ASV Neumarkt/BAY). Eine weitere Niederlage gab es für Debora Lawnitzak gegen die überlegen agierende Diana Kayumova (KAZ), damit stand die Berlinerin aus dem Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) im kleinen Finale um Bronze, dass sie gegen Brenda Reyna (USA) mit 12:8 Punkten für sich entschied. Mit einem Sieg gegen Jacarra Winchester (USA) und einer Niederlage gegen Adekuoroye Odunayo (NGR) kämpfte sich Elena Brugger (57 kg/TuS Adelhausen) in das kleine Finale. Dort stand die WM-Dritte der Altersklasse U-23 von 2018 aus Südbaden, Ramona Galambos (HUN) gegenüber, die sich jedoch verletzt hatte und aufgeben musste.

„Der Grand Prix in Dormagen war mit vielen Top-Teams aus den USA, Kanada, Ungarn und Teilen der russischen Nationalmannschaft sehr stark besetzt, für unsere Damen gab es wichtige Vergleiche auf internationaler-, aber auch auf nationaler Ebene, so kämpfte sich zum Beispiel Andrea Grasruck mit starker Leistung zurück in die Mannschaft“, so Bundestrainer Patrick Loes zufrieden, der auch die Leistung von Luisa Niemesch aus der insgesamt sehr guten Mannschaftsleistung des DRB-Frauenteams hervor hob. „Luisa Niemesch hat die WM-Dritte Malhory Velte aus den USA bezwugen und im Finale hat sie die starke Schwedin Johanna Mattsson erstmals in die Schranken gewiesen“. Auch Francy Rädelt sieht Bundestrainer Patrick Loes auf einem gute Weg in Richtung U-23-Europameisterschaft, „… Francy Rädelt hat eine starke Vorbereitung hinter sich und in Schweden beim Klippan-Cup, sowie hier in Dormagen ansprechende Leistungen gezeigt, die jeweils mit Bronze belohnt wurden“.

„80 Ringerinnen aus den internationalen Teams und aus den deutschen Leistungszentren bestreiten derzeit einen Trainingslehrgang in Hennef, für die Frauen geht es anschließend mit dem Dan-Kolov-Turnier in Bulgarien weiter, die Ringerinnen aus der U-23 reisen zur Europameisterschaft nach Novi Sad (Serbien), die am 3. März angepfiffen wird“, blickt der Bundestrainer auf die nächsten Höhepunkte voraus.
Etwas schwächer als in den Jahren zuvor waren die Gewichtsklassen bei den Kadettinnen besetzt, dennoch gab es auch da starke Duelle und deutsche Erfolge. Dana Baumbach (40 kg/TSG Hasloch), Olivia Andrich (53 kg/SV Luftfahrt Berlin), Sophia Schäfle (69 kg/RKG Freiburg 2000) und Jennifer Rösler (73 kg/AC Ückerath) standen am Ende auf dem obersten Siegertreppchen, Silbermedaillen gewannen Rebekka March (49 kg/SV Warnemünde) und Lena Kaiser (69 kg/AC Ückerath), während Xenia Paul (43 kg/SRC Viernheim) Bronze holte.