Monatelang mussten sich Fans und Zuschauer der Grizzlys Nürnberg in Geduld üben: Ab Samstag gehen die Ringer wieder auf die Matte. Auch wenn sich alle auf den Start in eigener Halle noch etwas gedulden müssen. Johannis Nürnberg tritt zum Auftakt in der Bundesliga beim SV Siegfried Hallbergmoos an. Doch wie verlief in erster Linie die Vorbereitungsphase? Welche Erwartungen und Ziele haben die Grizzlys für die neue Saison 2018/2019 und führt der Staffelsieg wirklich nur über den SV Wacker Burghausen? Trainer Matthias Baumeister (links im Bild) und sportlicher Leiter Mario Besold (rechts im Bild, Foto: Stefan Günter) geben nicht nur Antworten auf diese Fragen.

Welches Fazit ziehst Du nach dieser kräftezehrenden Vorbereitung?

Baumeister: Hier kann ich nur ein positives Fazit ziehen. Wir haben zwei Trainingslager absolviert. Obwohl es anfangs etwas schleppend lief, konnten wir in den Wochen vor dem Saisonstart noch eine Schippe drauflegen. Die Einstellung der Ringer hat gepasst. Was das Teambuilding angeht, kann ich nur eins sagen: Wir sind gut vorbereitet. Das schließt auch die zweite und dritte Mannschaft mit ein.

Mit welchen Erwartungen geht es in die neue Bundesliga-Saison?

Besold: Die Jungs sollen auf die Matte gehen, alles für ihre Team geben und natürlich auch die Kämpfe gewinnen, um damit die Mannschaft nach vorne zu bringen. Absolute Leistungsträger sind Tim Stadelmann, Deniz Menekse und Sven Dürmeier.

Baumeister: Ich bin überzeugt, dass Tim Stadelmann und Deniz Menekse eine ähnlich gute Saison ringen werden wie schon das Jahr zuvor. Philipp Vanek und Tobias Nendel sind sehr fit. Beide können ebenfalls ihre Leistung abrufen. Adrian Barnowski wird wohl eine lehrreiche Saison vor sich haben. Durch seine internationalen Einsätze und den Gewinn der Deutschen Meisterschaft bei den Kadetten hat er es aber verdient, eingesetzt zu werden. Marc Pöhlmann und Franco Besold sind ebenfalls gesetzt. Beide haben stark trainiert.

Dann können alle noch eine Schippe oben drauflegen?

Baumeister: Ich bin mir sicher, sie wissen genau, was auf sie zukommt. Sie haben alle durch die Bank in der Vorbereitungsphase Gas gegeben und sich optimal vorbereitet.

Wie anspruchsvoll wird die Liga sein?

Besold: Nach der Einteilung der Ligen war es abzusehen, dass die Liga im Gegensatz zur Vorsaison stärker wird. Jeder will den Erfolg haben. Aufsteiger Greiz schätzt das richtig ein. Sie haben sich gut verstärkt und gute Leute kosten auch Geld. Selbst Hausen-Zell oder auch die saarländischen Vereine mussten etwas tun. Keiner möchte am Ende als Letzter dastehen.

Also muss jede Mannschaft über sich hinauswachsen?

Baumeister: Die Liga wird ausgeglichen sein, bis auf Burghausen kann hier jede Mannschaft jeden schlagen. Ich finde schon, dass jedes Team an seine Grenzen gehen muss, um auch vorne in die Tabelle hineinzurutschen.

Der Staffelsieg führt nur über den SV Wacker Burghausen?

Besold: Sie haben einen breiten und qualitativ starken Kader. Wir sind zwar auch gut aufgestellt, doch bei uns ringt nicht die halbe Nationalmannschaft.

Ist dann Platz zwei das Minimalziel der Grizzlys?

Besold: Sicherlich ist das unser Wunsch. Das möchten wir nicht kleinreden. Auf dem Papier haben wir eine hervorragende Mannschaft. Doch entscheidend wird sein, welche Ringer wir dann letztendlich auf die Matte bekommen. Unser Anspruch ist die Play-Off-Runde.

Gleich zu Beginn gibt es ein bayerisches Derby auswärts beim SV Siegfried Hallbergmoos. Ist das schon gleich eine Art Standortbestimmung?

Baumeister: Auf jeden Fall. Hallbergmoos ist unser heimlicher Angstgegner. Die letzten Jahre haben wir immer wieder verloren, aber nur auswärts. Hier ist es nicht immer optimal für uns gelaufen. Von daher müssen wir diesmal richtig Gas geben, um den Bann endlich brechen zu können.

Die Matte muss also brennen?

Besold: Egal, wie mit welcher Mannschaft wir dort antreten, wir haben eine Siegchance. Wir müssen es nur wollen. Ich würde gerne diesen Hallbergmoos-Bann brechen. Dieses Jahr können wir das schaffen.