Kommentar von Stefan Günter, Ringsport-Magazin

Das Viertelfinale steht. Große Freude in Witten und Urloffen, dem Gastgeber der Auslosung. Fassungslosigkeit, pure Enttäuschung, ja sogar Verbitterung in Nürnberg. Johannis-Präsident Dino Noth hatte bereits eine Vorahnung, dass sein Team, welches aufopferungsvoll über die gesamte Saison gekämpft hat, am Ende nicht zu den besten Mannschaften in der K.O.-Runde zählen wird. Warum wurde ausgerechnet Urloffen als Mitbewerber für die Ziehung auserwählt? Warum fand die Auslosung nicht auf einem neutralen Boden statt? Die bereits qualifizierten Köllerbach, Adelhausen und Mainz wären hier als bessere Alternative gewesen. Jetzt könnte man vieles hineininterpretieren. Sind drei bayerische Vereine in einer Endrunde zu viel? Mit Witten steht nun der einzige NRW-Teilnehmer im Viertelfinale. Urloffen hatte als Ausrichter der Auslosung mehr Fortuna als die Grizzlys. Für die Franken ist es der zweite Nackenschlag. Trafen sie im vergangenen Jahr im Achtelfinale auf den SV Wacker Burghausen und schieden aus. Einem Antrag der Nürnberger, dass so eine Konstellation nicht mehr stattfinden möge, hat der DRB wenigstens richtig erkannt und dafür grünes Licht gegeben. Dass allein die Auslosung in Urloffen nicht gerade professionell vonstatten ging, ist eigentlich nur eine Randerscheinung. Viel treffender ist doch die Tatsache, warum Johannis Nürnberg, die sogar zwei Kämpfe weniger auf dem Konto haben, als bestes drittplatziertes Team am Ende abgestraft werden. Wäre ein sportlicher Vergleich nicht sinnvoller gewesen als das Losglück entscheiden zu lassen? In welcher Bundesliga wird mit derart Maß gemessen? Wohl nirgends!