Bei den Europameisterschaften der Junioren in Rom (ITA) gab es am vierten Kampftag gleich zweimal Bronze für die jungen, deutschen Ringerdamen. Doch während Debora Lawnitzak (59 kg/SV Luftfahrt Berlin) vor Freude über Bronze strahlte, rollte bei Ellen Riesterer (50 kg/SV Freiburg-Haslach) so manche Träne, denn die junge Südbadenerin war eigentlich auf Goldkurs. Doch im Halbfinale wurde Ellen Riesterer in den Schlusssekunden, in Führung liegend aus den Finalträumen gerissen, als ihre Kontrahentin Aynur Erge (TUR) die deutsche Ringerin regelwidrig an den Haaren zu Boden zog. Statt einer Verwarnung, bekam die Türkin zwei Punkte zugesprochen und zog jubelnd ins Finale ein, während Ellen Riesterer diese unfaire Art des Damenringens gar nicht begreifen konnte. Im Kampf um Bronze griff sie am Donnerstagabend noch einmal in die Trickkiste und schulterte die Polin Magdalena Majos nach wenigen Sekunden Kampfzeit.  Doch auf dem Siegerpodium wollte die Freude über Edelmetall nicht so recht aufkommen, wobei auch Aynur Erge traurig drein blickte nachdem ihre aggressive Kampfesweise gegen die Russin Veronika Gurskaya nicht aufging.

Einen klaren 10:2-Sieg sackte Debora Lawnitzak im kleinen Finale gegen Maryia Hulida (BLR) ein, sehr zur Freude von Bundestrainer Rainer Kamm und ihrem Heimtrainer Michael Kothe, der sie am Ringerzentrum in Frankfurt(O.) betreut. Nach Sieg und Niederlage am Vortag, stand Debora Lawnitzak am Morgen in der Hoffnungsrunde, wo sie der Französin Gaelle Ruiz beim schnellen Sieg keine Chance ließ.

Die Medaillenhatz geht auch am Freitag bei den jungen Ringerdamen des Deutschen Ringer-Bundes weiter, denn bei den Europameisterschaften der Junioren in Rom (ITA) hat Eyleen Sewina (65 kg/RSV Rotation Greiz) mindestens Silber sicher, die Ringerin aus Greiz gewann am Donnerstagabend mit einer taktischen Meisterleistung den Halbfinalkampf gegen die Lokalmatadorin Elena Esposito (ITA) mit 1:1 Wertungspunkten, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung und zog damit in den Endkampf um die Goldmedaille ein, wo sie am Freitagabend Oksana Chudyk aus der Ukraine gegenüber stehen wird.

Eyleen Sewina gewann am Donnerstagmorgen ihr Auftaktduell gegen Dimitra Sotiriadou (GRE) souverän durch einen schnellen Schultersieg, wobei die Ringerin aus Greiz, die im Ringerzentrum Frankfurt(O.) unter den Fittichen von Michael Kothe trainiert, bereits nach wenigen Sekunden mit 6:0 Wertungspunkten führte. „Kraft gespart…“, freute sich auch Bundestrainer Rainer Kamm über den schnellen Sieg der RSV-Ringerin.

Das kam der Deutschen Meisterin der Juniorinnen aus Greiz im Viertelfinale auch zu Gute, denn dort traf sie auf Wiktoria Cholus (POL), die mit Beinangriffen und Konterattacken gleich in Führung ging. Erst kurz vor Kampfende , als die Begegnung schon verloren schien, drehte Eyleen Sewina die Begegnung durch Beinangriffe und Bodentechniken mit 8:6 zu ihren Gunsten und zwang die Polin kurz vor dem Schlussgong gar auf beide Schultern.

Im Halbfinale dann der Sieg über die Italienerin, mit dem sich Eyleen Sewina für das Finale qualifizierte.

Ausgeschieden sind Janny Sommermeyer (62 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) und Jenny Hast (53 kg/RLZ Aschaffenburg), die beide ihren Auftaktkampf verloren haben. Janny Sommermeyer unterlag gegen Linnea Svensson (SWE) nach knappem Kampfverlauf mit 6:8 Punkten, Jenny Hast musste hatte gegen Andreea Ana (ROU) das Nachsehen.  Da Svensson und Ana das Finale verpassten, können die beiden deutschen Ringerinnen auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen und schieden aus.

Serena Bölke (57 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) startete mit einem technischen Überlegenheitssieg (10:0) gegen Christina Demirkan (GRE) ins Rennen, verlor jedoch das Halbfinale gegen die starke Schwedin Sara Lindborg. Damit steht Serena Bölke am Freitagabend im kleinen Finale um Bronze, wo sie auf die Polin Magdalena Glodek trifft.

Foto Jörg Richter: Ellen Riesterer erkämpfte sich die Bronzemedaille.