Seit Montag kämpfen die Kadetten (A-Jugend) in Zagreb (CRO) um Weltmeistertitel und Medaillen. Der Deutsche Ringer- Bund reiste mit kleinen Delegationen nach Kroatien, die im Wochenverlauf gegen die besten Nachwuchsringer der Welt antreten.

Mit fünf Medaillen (zweimal Silber und dreimal Bronze) glänzten die deutschen Nachwuchs-Asse bei den diesjährigen Europameisterschaften, die im Mai kurzfristig von Kiew (UKR) nach Skopje (MKD) verlegt wurden. Der Freistilringer Johannes Mayer (ATSV Kehlheim/BAY) und Griechisch-Römisch-Spezialist Samuel Bellscheid (65 kg/KSK Konkordia Neuss) sorgten in Skopje für silbernen Glanz im deutschen Team, während Simon Monz (60 kg/KV Riegelsberg) im freien Stil, sowie Hanna Frotscher (53 kg/ASV Schaafheim) und Anastasia Blayvas (53 kg/KFC Leipzig) bei den Mädchen Bronzeränge erreichten.

In Zagreb geht es nicht nur gegen die Osteuropäer, die dem Geschehen derzeit in allen Altersklassen ihren Stempel aufdrücken, sondern auch gegen kampfstarke Konkurrenz aus den USA und aus Asien, womit die Trauben weitaus höher hängen, als noch vor ein paar Wochen in Skopje, bei den kontinentalen Meisterschaften.

Die jungen Freistilringer gaben den Startschuss ins WM-Turnier, wobei vor allem Johannes Mayer (ATSV Kehlheim) nach EM-Silber nun auch im Kampf um WM-Bronze steht. Der Deutsche Kadettenmeister legte eine starke Vorrunde hin, bezwang in der Qualifikation den Usbeken Shokhjakhon Avazov mit 7:1-Wertungspunkten, im Achtelfinale legte der Kelheimer einen Überlegenheitserfolg gegen Mustafa Mozak (BUL) nach. Ein knapper 2:1-Punktsieg gelang Mayer im Viertelfinale gegen den Armenier Lyova Gevorgyan, damit stand der DRB-Auswahlringer im Halbfinale, wo er allerdings gegen Ali Reza Abdollahi (IRI) mit 0:5 Punkten unterlag. Am Mittwochabend kämpft Johannes Mayer gegen den Hoffnungsrundensieger, der am Vormittag ermittelt wird, um Bronze.

Während Mayer den Sprung ins kleine Finale schaffte, scheiterte Joshua Morodion (80 kg/VfL Tegel) nur knapp an den Medaillenrängen. Morodion der am Stützpunkt in Luckenwalde trainiert und im März diesen Jahres Deutscher Meister seiner Altersklasse wurde, bezwang in seinem Auftaktduell Abdullah Eskil (AUT) mit technischer Überlegenheit (10:0) und im Achtelfinale auch den Ukrainer Denys Sahaliuk (8:0). Erst im Viertelfinale konnte der Hauptstädter vom späteren Vizeweltmeister Mohammedreza Ghiyasi (IRI) gestoppt werden. Mit der Finalteilnahme des Iraners zog Morodion in die Hoffnungsrunde ein, wo der Schützling von Luckenwaldes Stützpunkttrainer Michael Kleinschmidt gegen Abe Edward Assad (USA) eine erneute Niederlage hinnehmen musste und endgültig aus dem Titelrennen ausschied, Platz acht am Ende für Joshua Morodion.

Nur einen Kampf bestritt Julian Zinser (48 kg/VfK Schifferstadt), der allerdings gegen Valerii Androsov (RUS) nur hauchdünn mit 6:8-Wertungspunkten unterlag. Androsov unterlag eine Runde später, verpasste damit das Finale und so konnte Zinser auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen.

Ähnlich erging es dem Südbadener Joshua Knosp (65 kg/ASV Urloffen), der im Achtelfinale gegen den Ukrainer Serhii Hordiienko eine 6:11-Punktniederlage hinnehmen musste. Auch der Ukrainer scheiterte im weiteren Turnierverlauf, so das für Joshua Knosp das Titelrennen beendet war, Platz 13 für den DRB-Ringer im Endklassement seiner Gewichtsklasse.

Während Johannes Mayer auf seinen Bronzekampf wartet, greifen die ersten Damen ins WM-Rennen um Titel und Medaillen ein. Von Bundestrainer Rainer Kamm wurden Rebekka March (48 kg/SV Warnemünde), Hanna Frotscher (53 kg/ASV Schaafheim), Anastasia Blayvas (57kg/KFC Leipzig) und Lilly Schneider (73 kg/RV Thalheim) für die Weltmeisterschaft in Zagreb nominiert.
Den Schlusspunkt setzen die Griechisch-Römisch-Spezialisten, die mit Aaron Bellscheid (51 kg/KSK Konkordia Neuss), Numan Bayram (RE Büdesheim) und dem EM-Silbermedaillengewinner Samuel Bellscheid (65 kg/KSK Konkordia Neuss) in Kroatien vertreten sind.

Foto: Marcel Fornoff/BRV