Eine Medaillenchance hat das deutsche Griechisch-Römisch-Team am letzten Tag der Weltmeisterschaft in Budapest noch, nach dem grandiosen Titelgewinn am Freitagabend durch Frank Stäbler (72 kg/KSV Musberg), der in Budapest seinen dritten Titel in Folge gewann, greift Schwergewichtler Eduard Popp (130 kg/VfL Neckargartach) am Sonntag noch nach Bronze.

Schwergewichtler Eduard Popp (130 kg/VfL Neckargartach) schaffte es bis ins Viertelfinale, bezwang auf dem Weg Abdellatif Mohamed (EGY) mit technischer Überlegenheit (9:0) und warf auch den Lokalmatadoren Balint Lam (HUN) mit 5:1-Wertungspunkten aus dem Rennen. In der Runde der letzten Acht traf er auf Adam Coon (USA), gegen den er in Führung ging, sich bei einem Knieangriff verletzte und behandelt werden musste. Dann platzten jedoch die Träume des deutschen Ringers vom Halbfinale, denn Coon setzte eine Schleudertechnik an, mit der er Eduard Popp schulterte. Adam Coon schulterte im Halbfinale aber auch den Koreaner Kim und steht damit im Sonntag im Finale, damit kann Popp am Sonntagnachmittag in der Hoffnungsrunde weiter kämpfen, wo er dann auf den Sieger aus dem dem Kampf Rafal Krajewski (POL) gegen Lingzhe Meng (CHN) treffen wird. Im Falle eines Sieges kämpft dann Popp im kleinen Finale um Bronze gegen Minseok Kim (KOR).

Endgültig ausgeschieden ist hingegen Etienne Kinsinger (60 kg/KSV Köllerbach), der nach seiner Niederlage gegen Victor Ciobanu (MDA) in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen konnte, da der Moldawier das Finale erreicht hatte. Kinsinger bezwang zwar den Ungarn Erik Torba mit 5:3-Punkten, musste sich danach jedoch gegen Sailike Walihan (CHN)  mit 0:4-Punkten geschlagen geben, damit war das WM-Turnier für den Saarländer kurz vor dem Einzug ins kleine Finale um Bronze beendet.

Pech hatte Pascal Eisele (77 kg/SV Fahrenbach), der gegen Bozo Starcevic (SRB) nach Videobeweis umstritten mit 7:8 verlor und ausschied, da der Serbe das Finale verfehlte.
Sieg und Niederlage gab es auch für Peter Oehler (97 kg7VfK Mühlenbach), der sich zunächst gegen Tracy Hancock (USA) mit 6:3 Punkten durchsetzte, dann aber von LuillysePerez Mora (VEN) gleich zweimal geworfen wurde und mit 0:9 vor Ablauf der Kampfzeit von der Matte ging. Perez Mora unterlag im Viertelfinale gegen Musa Evloev (RUS), damit schied der Südbadener aus dem Titelrennen aus.

„Mit den heutigen Ergebnissen können wir nicht zufrieden sein, zu schnell wurden Punkte abgegeben, Führungen damit wieder zunichte gemacht“, ärgerte sich Bundestrainer Michael Carl, das eigentlich gute Lose gegen besiegbare Kontrahenten nicht genutzt wurden.Vor allem Alexander Popp hätte sich in Budapest aus Sicht des Trainers ins Finale kämpfen müssen, während auch Pascal Eisele eine klare Führung abgab und 7:8 verlor. Zumindest Eduard Popp hat jedoch noch die Möglichkeit, den Sprung auf das Siegerpodium zu schaffen.

Foto: Jörg Richter