Die besten Ringerinnen und Ringer treten vom 14. bis  22. September in der Hauptstadt Kasachstans in Nur Sultan an, um sich die ersten Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio zu sichern. Nur die ersten sechs Athleten in nur sechs Olympischen Gewichtsklassen pro Stilart können sich für das größte Sportereignis im Sportjahr 2020 qualifizieren. Der Österreichische Ringsportverband (ÖRSV) nominierte acht Ringerinnen und Ringer für den Kampf um die Tickets.

Die größten Chancen sich gleich beim ersten Turnier das Olympiaticket zu holen, hat die amtierende Vize-Europameisterin und WM-Bronzegewinnerin von 2018, Martina Kuenz (RSC Inzing), in der Gewichtsklasse bis 76 Kilo im Freien Stil bei den Frauen. Bundestrainer Benedikt Ernst war mit der Vorbereitung sehr zufrieden und ist zuversichtlich, dass die Tirolerin, wenn am Wettkampftag alles passt, wieder in die Medaillenränge vorstoßen wird.

Bei den Männern der Griechisch-Römische-Spezialisten hat Bundestrainer Jenö Bodi ein Kleeblatt nominiert. “Wenn die Auslosung passt und die Ringer motiviert in den Wettbewerb starten, können sie auch die Tickets lösen”, ist Bodi überzeugt. Die größten Chancen werden dem Siebten der Europaspiele in Minsk, Daniel Gastl (97 kg/RSC Inzing) und dem zweifachen Olympiazehnten, Amer Hrustanovic (87 kg/A.C. Wals), eingeräumt. Beide haben heuer schon bewiesen, dass sie bei einer guten Tagesverfassung jeden schlagen können. Auch dem WM-Achten von 2017, Michael Wagner (77 kg/RSC Inzing)  und EM-Achten von 2019, Christoph Burger (67 kg/A.C. Wals) werden gute Chancen eingeräumt.

Im Freien Stil nominierte Bundestrainer Lubos Cikel drei Ringer, die in der Hauptstadt Kasachstans, die Farben Österreichs vertreten. Die größten Chancen besitzt der aktuelle Weltcupsieger und EM-Fünfte von 2018, Johannes Ludescher (125 kg/KSK Klaus). “Johannes kann bei einer optimalen Auslosung auch ins Halbfinale vorstoßen und ist auch für die beiden restlichen Qualifikationsturniere eine Hoffnung für den ÖRSV im Freien Stil”, ist Nationaltrainer Sven Thiele überzeugt.
Für den Weltcup-Fünften Gabriel Janatsch (65 kg/A.C. Wals) müsste schon sehr viel passieren, dass er das Ticket im ersten Anlauf lösen könnte, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Der dritte Vertreter im Freien Stil, Dominic Peter (92 kg/KSK Klaus) tritt nicht in einer olympischen Gewichtsklasse an und hofft auf eine Top-10 Platzierung.

Mit Sven Thiele als Freistil-Trainer, Karl-Heinz Reiner als Kampfrichter, Physio Christian Halbig und Psychologe Patrik Bernatzky wird das Team Austria versuchen, nach 2012, 2016 auch im Sportjahr 2020 wieder eine Qualifikation für die Olympischen Spiele zu holen.