Auch wenn die Teilnehmerfelder mit 65 Männern und 19 Frauen teilweise dünn besetzt waren, so sahen die Verantwortlichen, aber auch die Zuschauer, die in die Walserfeldhalle gekommen waren, spannende Kämpfe. „Die Anzahl der Kämpfer ist zu den Vorjahren etwa gleich geblieben, leider fehlten mit Simon Marchl und Johannes Ludescher zwei Leistungsträger, dennoch sah man, dass das allgemeine Niveau stärker geworden ist, in den Vereinen wird eine gute Arbeit geleistet, junge Ringer rücken nach und machen den ‚alten Hasen‘ das Leben schon recht schwer“, so die Bilanz von ÖRSV-Sportdirektor Jörg Helmdach, der sich mit den Kämpfen seiner Leistungsträger im Allgemeinen sehr zufrieden zeigte: „Wir sind auf einem guten Weg“. Abzulesen war das auch an der Länge der Veranstaltung, denn viele Vorrundenbegegnungen gingen über die Zeit, viel später als veranschlagt, gingen dann auch die Finalduelle über die Matte.

In den leichten Gewichtsklassen sicherten sich Zoltan Tamas (57 kg/AC Wals) und Ali Riza-Tunc (61 kg/AC Hörbranz) in souveräner Manier den Titel und auch der junge Gabriel Janatsch (65 kg/AC Wals) ließ diesmal nichts anbrennen und feierte seinen ersten Titelgewinn bei den Männern. „Die Favoriten haben sich durchgesetzt. Besonders gefreut habe ich mich über den Titelgewinn von Gabriel Janatsch, der sein fleißiges Training nun endlich auch in Siege ummünzen konnte“, so Sportdirektor Jörg Helmdach, der Janatsch für die U23-Europameisterschaft in Novi Sad nominierte. Der junge Ringer wurde zudem als ‚Bester Kämpfer‘ des Meisterschaftsturniers geehrt. Helmdach sah ebenso klare Siege von Maximilian Außerleitner (70 kg/AC Wals), Amirkhan Visalimov (86 kg/AC Wals), Dominic Peter (97 kg/KSK Klaus) und Lukas Hörmann (125 kg/KSV Götzis), die ebenfalls souveräne Titelgewinner wurden. Die mittleren Gewichtsklassen gehörten den Ringern vom KSK Klaus, Laurin Hartmann (74 kg) und Simon Hartmann (79 kg), die sich die Meisterkrone 2019 in ihren Gewichtsklassen sicherten.  Spannender hätte auch Kriminalautor Alfred Hitchcock das Finale im Limit bis 92 Kilogramm, zwischen Lukas Gastl (RSC Inzing) und Lukas Staudacher (AC Hörbranz) nicht beschreiben können. Erst ein Fehler des Ringers aus Hörbranz, den Lukas Gastl mit vier Wertungspunkten bestrafte, brachte die Vorentscheidung für Gastl, der vorher auch schon seinen Bruder Dominik in die Schranken wies. Der Endspurt Staudachers brachte nur noch Ergebniskosmetik, Lukas Gastl feierte den knappen Punktsieg und damit auch den Titelgewinn. Die meisten Punkte sammelte der Gastgebende AC Wals bei den Männern ein, der die Mannschaftswertung mit insgesamt 15 teilnehmenden Vereinen vor dem KSV Götzis und dem KSK Klaus gewann.

Klasse statt Masse bei den Frauen

„Trotz sehr dünner Kaderdecke haben wir mit Martina Kuenz ein heißes Eisen im olympischen Feuer für Tokio 2020, sie trägt unsere Hoffnungen, wenn bei den Weltmeisterschaften in Astana die ersten Olympiatickets vergeben werden, aber wir wollen auch zu den Europameisterschaften und European Games starke Frauen-Teams nach Bukarest und Minsk entsenden“, blickt Frauentrainer Benedikt Mo Ernst schon auf das vorolympische Jahr voraus. Doch der ÖRSV-Coach sah auch eine ganze Reihe junger Damen, die sich an die Spitzenringerinnen heran schieben und auch die eine oder andere Überraschung schafften. So schulterte Celina Denz (62 kg/KSV Götzis) ihre Kontrahentin Jeanie Kessler, immerhin fünfte der U23-Europameisterschaften 2018, mit einem blitzschnellen Kopfhüftwurf. Celina Denz behielt die ‚weiße Weste‘ bis zum Turnierende und wurde als neue Meisterin 2019 gekürt. Jeanie Kessler blieb in den weiteren Kämpfen ungeschlagen und sicherte sich damit die Silbermedaille. Kathrin Mathis (AC Hötting) zeigte im Finalduell gegen die sich tapfer wehrende Magdalena Ragginger (AC Wals) ihre Klasse, während Martina Kuenz (76 kg/RSC Inzing) im schwersten ohne Konkurrenz blieb. ÖRSV-Trainer Benedikt Mo Ernst lobte auch Carina Außerleitner (62 kg) und Magdalena Ragginger (68 kg/beide AC Wals), die gute Anschlussleistungen nachwiesen und den Favoritinnen das Siegen schwer machten Als beste Kämpferin wurde Florine Schedler (57 kg/URC Wolfurt) geehrt.

„Unsere Bemühungen, neue Talente im Mädchenbereich auf die Ringermatten zu bekommen, haben Früchte getragen. Dennoch sind es noch immer nur wenige Athletinnen, die hier an den Start gingen und es ist schwer, aus dieser geringen Anzahl eine starke Spitze zu schmieden“, zeigt sich ÖRSV-Trainer Benedikt Mo Ernst dennoch optimistisch, junge Talente für eine leistungssportliche Laufbahn zu gewinnen, die dann in die Fußstapfen von Martina Kuenz treten sollen.

Die Vereinswertung bei den Frauen gewann der KSV Götzis, vor dem KSK Klaus und dem AC Wals.

Der Vizepräsident Sport des ÖRSV, Toni Marchl, sah die Titelkämpfe als Gastgeber – aber vor allem auch als Organisator der U23-Europameisterschaft aus anderem Blickwinkel: „Ich habe schon Vorstellungen, wie die Halle im kommenden Jahr bei der U23-EM aussehen soll“. Dabei hofft Marchl auf volle Zuschauertribünen, spannende Kämpfe und auch auf Medaillen für das ÖRSV-Team.

Österr. Staatsmeisterschaft / Frauen (Freistil)
50 kg – Emilia HARTMANN / KSK Klaus
53 kg – Sarah HALWAX / URC Seefestspiele Mörbisch
57 kg – Florine SCHEDLER / URC Wolfurt
62 kg – Celina DENZ/ KSV Götzis
68 kg – Kathrin MATHIS / AC Hötting
76 kg – Martina KUENZ / RSC InzingMannschaft: KSV Götzis

Österr. Staatsmeisterschaft / Männer (Freistil)
57 kg – Zoltan TAMAS / A.C. Wals
61 kg – Ali RICA-TUNC / AC Hörbranz
65 kg – Gabriel JANATSCH / A.C. Wals
70 kg – Maximilian AUSSERLEITNER / A.C. Wals
74 kg – Laurin HARTMANN / KSK Klaus
79 kg – Simon HARTMANN / KSK Klaus
86 kg – Amirkhan VISALIMOV / A.C. Wals
92 kg – Lukas GASTL / RSC Inzing
97 kg – Dominic PETER / KSK Klaus
125 kg – Lukas HÖRMANN / KSV Götzis

Mannschaft: A.C. Wals

Foto: Jörg Richter