Der Präsident des Ringer-Weltverbandes (UWW), Nenad Lalovic  (SRB), lässt sich immer wieder gern zu einem Spaß hinreisen, so auch bei der Pressekonferenz zum Start der Weltmeisterschaft der Männer und Frauen in Nur-Sultan (KAZ).

Seit 2013, als er die Präsidentschaft in einer Phase übernahm, in der Ringen als eine der ältesten Sportarten der Welt schon aus dem olympischen Programm gekippt war, sorgte der Serbe für viele Reformen und Veränderung. „Den Ringkampfsport interessant zu machen, Begeisterung zu wecken“, hatte sich Lalovic damals auf die Fahnen geschrieben, die Enttäuschung über diese Entscheidung der IOC-Executive ging um den ganzen Globus, auch in Deutschland gab es zahlreiche Aktionen, mit denen der olympische Ringkampf gerettet werden sollte und schon ein halbes Jahr später war Ringkampf wieder Teil der olympischen Familie.

So kam es nicht von ungefähr, dass neben Lalovic mit Adam Coonen (USA) und Erika Wiebe (CAN) zwei junge, aber überaus erfolgreiche Athleten in der Fragestunde der zahlreichen Journalisten saßen. Dass sich der griechisch-römische Stil mit den zahlreichen Regeländerungen zum Positiven verändert hat, musste Lalovic bei seinem Statement zum WM-Auftakt eigentlich gar nicht unterstreichen. „Wir haben zum Auftakt fantastischen Sport, mit vielen technischen Punkten gesehen“. Die Stilart, früher als Schiebekampf deklariert, war gar als olympische Disziplin innerhalb des Ringkampfprogramms umstritten, explodiert in den letzten Jahren förmlich, attraktive Würfe, Kampf um jeden Punkt – das was die Zuschauer auch sehen wollen, aber auch jene, die Ringen als attraktive Sportart vermarkten sollen.

Ein Journalist brachte Erika Wiebe in Bedrängniss, als er ausführte, was osteuropäische Ringer für ihre Erfolge bekommen und nachfragte, was es für einen Sieg in Kanada gibt. Die junge, sehr selbstsichere Dame erwiderte lächelnd: „Ich bin stolz darauf, zu diesem kanadischen Team zu gehören und wenn man auf dem obersten Treppchen steht, das Herz vor Freude pocht, dann denke ich nicht an Geld, Autos, oder Häuser“.

Auch Fragen zu den Regeln und dem neuen Wettkampfablauf wurden gestellt. Lalovic und die beiden Athleten waren sich einig: „Es wurden viele Gespräche geführt, Sportler und Trainer einbezogen, so wie das Turnier heute und  hier stattfindet, ist es die derzeit beste Lösung im Punktsystem und Ablauf“.
Nenad Lalovic unterstrich, dass auch ständig mehr regionale und traditionelle Kampfarten unter das Dach der UWW schlüpfen. „Insgesamt gesehen sind das fast mehr Leute, als beim olympischen Ringen“. Für eine Aufnahme des Beach-Wrestling, neben dem ‚normalen Ringen‘ ins Olympische Programm, ähnlich dem Volleyball- und Beachvolleyball, sah Lalovic derzeit keine Chance