Mit einem Paukenschlag haben die Ringer des TSV Westendorf die Rückrunde der Ersten Bundesliga eingeläutet. Die Ostallgäuer gewannen nach zweiwöchigen WM-Pause ihren Heimkampf gegen den RSV Rotation Greiz überraschend hoch mit 20:8. Schon zur Pause führte der TSV mit 11:4 und ebnete damit den Weg für den zweiten Saisonsieg. „Dass wir so deutlich gewinnen, hätte ich im Vorfeld überhaupt nicht erwartet. Wir wollten den Sieg. Es war ein genialer Abend für den TSV Westendorf“, bilanziert Coach und Zweiter Vorstand Bernhard Hofmann.

Michael Steiner begann den furiosen Kampfabend mit einem souveränen Auftritt im leichtesten Limit. Trotz Übergewicht seines Gegners, Maximilian Böttger, fertigte das Eigengewächs des TSV den Greizer mit 16:0-Wertungspunkten ab. Seine Premiere feierte Murazi Mchedlidze im Schwergewicht. Der ukrainische WM-Teilnehmer gewann gegen den Mazedonier Magomedgadji Nurov mit 5:4-Wertungspunkten. Keine Chance auf einen Sieg hatte Markus Stechele (61 kg), der vor Ablauf der sechsminütigen Kampfzeit gegen Vladimir Codreanu vorzeitig das Nachsehen hatte. Der österreichische Nationalringer Daniel Gastl sorgte im Halbschwergewicht für klare Verhältnisse, als er Thomas Leffler mit 15:0-Wertungspunkten besiegte. Vor der Pause erlebten die Zuschauer einen spektakulären Auftritt des U23-WM-Startes Christopher Kraemer. Er bezwang den russischen Kadetten-Weltmeister German Doev mit 10:3-Punkten. „Für Chris war es eine optimale Generalprobe. Er hat den Kampf gut gestaltet und letztendlich verdient gewonnen“, lobt ihn Cheftrainer Klaus Prestele.

Nach der Pause zeigte Christian Stühle (86 kg) gegen Vize-Europameister Martin Obst einen beherzten Auftritt und verlor nur mit 11:14-Wertungspunkten. Keine Mühe hatte Filip Novachkov gegen den passiv eingestellten Konstantin Sommer. Mit 12:0 holte der Bulgare drei weitere Mannschaftspunkte für Westendorf. Mit dem technischen Überlegenheitssieg von Michael Heiß (80 kg) gegen Toni Stade war der Gesamtsieg für die Westendorfer in trockene Tücher. Zakarias Tallroth (75 kg) revanchierte sich mit einem 5:0-Erfolg über den Polen Dawid Karecinski für die Hinrundenniederlage. Simon Einsle verlor zum Schluss sein Duell gegen Daniel Sartakov mit 3:6-Wertungspunkten.

„Heute ist uns vieles gelungen. So bin ich von einigen Athleten sehr positiv überrascht, einige sind sogar über sich hinausgewachsen“, lobt Cheftrainer Klaus Prestele den gesamten Auftritt des Teams. Für Greiz Trainer Tino Hempel waren die Ostallgäuer die klar bessere Mannschaft. „Wir wussten, dass wir nur mit viel Glück hier gewinnen können. Westendorf präsentierte sich bissiger“, musste er die Niederlage neidlos anerkennen. Mit 4:10-Punkten hat sich Westendorf auf den fünften Platz vorgearbeitet. Schon am kommenden Wochenende geht es zur WKG Pausa/Plauen.

Bild: Freude beim TSV Westendorf nach dem zweiten Saisonsieg. Greiz wurde deutlich bezwungen. Foto: Jens Rarek