Der Deutsche Mannschaftsmeister- und damit der Titelverteidiger im Ringen kommt am Samstag zum Saisonauftakt der DRB-Bundesliga nach Pausa. Der WKG Pausa/Plauen steht damit gleich zum Beginn der neuen Meisterschaftsrunde ein schwerer Kampf ins Haus.

Für das Teams des WKG-Trainergespannes kann die Devise nur lauten, ‘die Haut so teuer wie möglich zu verkaufen’, zudem mit Maximilian Schwabe der beste Ringer aus der eigenen Talentschmiede langzeitverletzt ausfällt. Fünf Abgänge wurden bei der WKG durch fünf Neuzugänge ersetzt, wobei mit dem russischen Papiergewichtler Said Gazimagomedov, sowie den Polen Krzystof Bienkowski, Gevorg Sahakyan und Kamil Skaskiewicz internationale Spitzeringer verpflichtet wurden. Mit Janik Rausch, Nachwuchstalent Nils Buschner, dem EM-Fünften der Junioren Kevin Lucht, dem Deutschen Juniorenmeister Friedrich Fouda, Routinier Zalik Sultanov und Werner Schellenberg, der sein ‘Come Back’ im WKG-Team feiert, haben Silvio Hoffmann und Denny Schulz auf der Trainerbank auch gute Ringer mit deutschem Pass zur Verfügung, die für Überraschungen sorgen könnten.

Doch auch der SV Burghausen hat seine Mannschaft weiter verstärkt und auch auf der Trainerbank gab es einen Wechsel. Der langjährige Trainer Alexander Schrader warf aus familiären- und beruflichen Gründen nach dem Titelgewinn das Handtuch, der aus dem Vogtland stammende Erfolgscoach wurde durch Matthias Maasch (5. WM 2015) und Eugen Ponomartschuk ersetzt.
Die beiden Neulinge auf der Trainerbank mussten die Abgänge von Mariusz Los (der auch schon für Markneukirchen die Ringerstiefel schnürte), sowie Virgil Munteanu, Markus Fürmann und Armin Majoros ausgleichen. Mit den beiden Deutschen Meistern Fabian Schmitt (57 kg/GR) und Witalis Lazovski, sowie Johann Steinforth, der von Markneukirchen nach Burghausen rückte und die beiden internationalen Spitzenringer im Schwergewicht, Mikheil Kajaia und Soslan Gagloev gelang es nach Aussage von Abteilungsleiter Jürgen Löblein, den Kader nicht nur zu verstärken, sondern auch zu verbreitern. „Wir sind damit flexibler und können auch einmal auf einen Ausfall eines Athleten reagieren“, so Löblein, der sich mit seiner Mannschaft auch in der kommenden Saison im Vorderfeld der Tabelle sieht.

Dabei ist auch ein neues Punktesystem zu beachten, mit dem die Athleten je nach Erfolg und Herkunft bewertet werden. So fallen bei einem Ringer mit internationalen Erfolgen (WM, EM, Olympische Spiele) bis zu 4 Punkte an, zudem ein ausländischer Athlet zusätzlich 4 Punkte – also insgesamt 8 Zähler bekommt. Ein Eigengewächs wird hingegen mit minus 2 Punkten bewertet. „Wir wollen damit die Entwicklung eigener Talente ankurbeln, während der Einsatz internationaler Spitzenringer etwas eingedämmt werden soll“, so der DRB-Vizepräsident Ralf Diener, der das System mit einem Gremium ausarbeitete, zu dem auch der Vorsitzende des KSV Pausa, Ulrich Leithold gehört. „Zwischen den 8 Punkten für ausländische Ringer mit internationalen Erfolgen und einem Eigengewächs mit minus zwei Punkten gibt es noch eine ganze Reihe von Bewertungen die dann addiert werden“, so Leithold, wobei die Gesamtanzahl von 28 Punkten je Mannschaft nicht überschritten werden darf. Und wenn doch ? „Dann wird der Ringer mit der höchsten Punktzahl aus dem Ergebnis gestrichen, muss aber einen Freundschaftskampf bestreiten“, fällt dann laut Leithold der beste Ringer dem Rotstift zum Opfer.

Doch bevor gewogen, Punkte addiert und Mannschaftsprotokolle geschrieben werden, treffen sich traditionell die Alten Pausaer Athleten im Ringerheim zum gemütlichen Beisammensein, anschließend wird auf dem Friedhof der Verstorbenen gedacht und dann geht es zum Auftaktduell der WKG gegen den SV Wacker Burghausen, das 19:30 Uhr in der Schulturnhalle Pausa von Kampfrichter Hartmut Kohlhaus angepfiffen wird.

Aufsteiger gegen Allgäuer

Gleichzeitig trägt auch der RSV Rotation Greiz seinen ersten Heimkampf aus, zu Gast ist ab 19:30 Uhr in der Sporthalle an der Eisbahn der TSV Westendorf. Die Bayern belegten im Vorjahr in der Vorrundenstaffel Südost den 5. Platz und schieden im Achtelfinale gegen den TuS Adelhausen aus.

Mit dem Aufstieg des Regionalliga-Meisters in die höchste, deutsche Kampfklasse fand im Team des RSV Rotation Greiz ein regelrechter Umbruch statt, 6 Ringer verließen den RSV, 11 Athleten wurden für das Abenteuer DRB-Bundesliga verpflichtet. Vladimir Codreanu und Daniel Sartakov hatten im Vorjahr bei der WKG Pausa/Plauen schon einmal Schwung für die DRB-Bundesliga geholt, waren beim nunmehrigen Lokalrivalen wichtige Stützen in der Mannschaft, Codreanu zählte mit nur einer Niederlage gar zu den Punktbesten der gesamten Staffel. Die beiden ‘Alten, Neuen’ im Trikot des RSV Rotation Greiz brachten mit Dawid Karecinski gleich noch einen starken, polnischen Weltergewichtler aus Pausa mit. Auch die deutsche Achse verstärkte das RSV Trainerteam Tino Hempel/Swen Lieberamm durch Leichtgewichtler Alexander Grebensikov (wechselt vom RV Thalheim nach Greiz) und Martin Kretzschmar, der vom AC Werdau kommt und im Halbschwergewicht antritt.  Der RSV Rotation liebäugelt mit Platz 4 / 5, will sich also im Mittelfeld etablieren. Dort will sich auch der TSV Westendorf einreihen, der auf viele Eigengewächse setzt und mit der neuen Punkteregel überhaupt keine Probleme hat. So sorgte der Deutsche Vizemeister Christopher Kraemer beim Grand Prix von Deutschland für Furore, als er sich für das DM-Finale gegen Etienne Kinsinger (KSV Köllerbach) revanchierte. Aus der sehr ausgeglichenen Mannschaft des TSV ragen der Schwede Zakarias Tallroth und Daniel Gastl, der als erster Österreicher in der Bundesliga kämpft, als ausländische Spitzenringer heraus.

Erwartet wird ein sehr knappes und spannendes Auftaktduell zwischen dem RSV Rotation Greiz und dem TSV Westendorf, bei dem sich RSV-Trainer Tino Hempel einen neuen Zuschauerrekord von möglichst über 1000 lautstarken Fans wünscht. Angepfiffen wird diese Begegnung am Samstag, 19:30 Uhr in der Sporthalle an der Eisbahn vom internationalen Kampfrichter Ingo Gleisberg.

Zum Bild: 

Auch im Vorjahr hieß die Paarung beim Heimauftakt in Pausa: WKG gegen SV Wacker, der spätere Deutsche Mannschaftsmeister setzte sich in der Schulturnhalle mit 25:3 durch. Eine der zehn Begegnungen lautete Dawid Peplowski (rotes Trikot) gegen Erik Thiele. Zu dieser Begegnung des Polen, der schon das dritte Jahr für die WKG kämpft gegen den diesjährigen Deutschen Meister, könnte es am Samstag erneut kommen.
Foto: J. Richter