„Ihr könnt euch jederzeit gerne wieder für Meisterschaften bewerben“, brachte es der Vizepräsident des Deutschen Ringer-Bundes, Ralf Diener, auf den Punkt, denn die Deutschen Meisterschaften der B-Jugend im griechisch-römischen Stil waren wie schon andere Titelkämpfe zuvor, sowie die jährlich stattfindenden Brandenburg-Cups, sehr gut vorbereitet und durchorganisiert. Ein riesiges Helferteam sorgte nicht nur für schnellen Auf- und Abbau, sowie einen reibungslosen Ablauf, sondern auch für riesige Stimmung am Mattenrand. Und diese Stimmung motivierte die 13- und 14-jährigen Kämpfer zusätzlich, die zum Großteil noch im jungen Jahrgang dieser jüngsten-, bei Deutschen Meisterschaften zugelassenen Altersklasse kämpften.

Da war es Damian Kebernick (75 kg), der zum Publikumsliebling – und letztendlich zum ‚Helden‘ der Titelkämpfe aus Sicht des Frankfurter Stützpunktes wurde. Angefeuert von den vielen Sportschülern, die immer dann die Brandenburghalle erbeben ließen, wenn einer der jungen Ringer aus dem heimischen Stützpunkt auf die Matte trat, kämpfte sich Damian Kebernick von Sieg zu Sieg. „Auch wenn technisch noch vieles zu erlernen ist, er hat viel Kampfgeist bewießen und sich mit grandioser Moral zu Silber gekämpft“, freute sich der Stützpunktverantwortliche Heinz Thiel über die Leistung des Hennigsdorfers, der noch gar nicht so lange am Leistungszentrum trainiert. Hennigsdorfs Heimtrainer Bernd Brennert, der mit einer kleinen Abordnung seines Vereines nach Frankfurt(O.) gereist war, konnte es nicht fassen; „… wenn er noch einmal gewinnt, dann laufe ich nach Hause…“, so der engagierte Trainer begeistert über die Leistungsentwicklung seines Schützlings an der Oder. Das mit dem Nach-Hause-Laufen hat er sich dann beim Blick auf das Navi doch anders überlegt.

Kämpferisch überzeugte auch Miguel Welenga (41 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) in seinen Kämpfen am Samstag und Sonntag- und wenn der Freitagabend nicht gewesen wäre, hätte er seine Bronzemedaille vielleicht auch vergolden können. „Der Freitagabend begann für unsere Frankfurter Jungs schleppend, nur zwei der acht Kämpfe konnten gewonnen werden, doch dann haben sie sich gefangen und sich dann doch noch auf vorderen Rängen platziert“, so Tim Bitterling, der gemeinsam mit Sichtungstrainer Brian Tewes, sowie einen ganzen Trainerstab für die erste Förderstufe am Leistungszentrum verantwortlich ist. So auch Miguel Welenga, der einen ‚Entscheidungskampf‘ gegen den Erzrivalen‘ Johann Engelhardt aus Bamberg am Freitagabend verlor. „Es war ein vorgezogenes Finale, wobei Miguel in den vorangegangenen Wettbewerben die Nase vorn hatte“, klappte es aus Sicht von Heinz Thiel ausgerechnet zur Deutschen Meisterschaft nicht. Welenga ließ am Samstag drei Schultersiege folgen und stand damit im Kampf um Bronze, den er gegen Tom Haas (KSV Gottmadingen) mit 12:5 gewann. Gold verloren, Bronze gewonnen – der junge Ringer steht erst am Beginn einer hoffentlich erfolgreichen Laufbahn. Nick Schubert (ebenfalls RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) kämpfte sich im gleichen Limit auf den 5. Rang dieser stark besetzten Kategorie. Doch eben jener Nick Schubert lieferte am Freitagabend einen an Spannung kaum zu übertreffenden Kampf gegen Till Naumann (TuS Adelhausen), der mit 20:17 (!) zu Gunsten des Oderstädters endete.

Henning Prütz (38 kg) und Philip Triebler (44 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) kämpften bis zum Umfallen und verfehlten das Siegerpodium nur knapp. Platz 4 für die beiden Oderstädter, dennoch wießen auch diese beiden Athleten einen ordentlichen Leistungssprung nach, ebenso der bereits erwähnte Nick Schubert, der auf Rang 5 über die Ziellinie schlitterte. Michel Steglich (35 kg) auf Rang 8 und Diego Kästner, der im gleichen Limit den 10. Rang belegte, rundeten die Bilanz des RSV Hansa 90 ab.

In Szene setzen konnten sich auch Athleten, die aus anderen Landesorganisationen nach Frankfurt(O.) kommen, um zu lernen und zu trainieren. So wieß auch Max-Marten Lüdtge (SV Warnemünde) großen Kampfgeist nach, mit dem er letztendlich den 5. Platz erkämpfte. In der Vereinswertung stand der RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) am Ende der drei Wettkampftage auf dem obersten Treppchen, gefolgt vom KSV Pausa und dem SV Triberg. Die Länderwertung gewann Südbaden, vor Württemberg und Bayern, hier erreichte Brandenburg einen guten 5. Rang unter den aus 15 Landesorganisationen angereisten Delegationen.