Am ersten Wettkampftag der Europameisterschaft traten im serbischen Novi Sad drei deutsche Griechisch-Römisch-Spezialisten auf die Ringermatte, Andrej Ginc (63 kg, siehe Foto, Jörg Richter), Karan Mosebach (77 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), sowie Franz Richter (130 kg/AVG Markneukirchen) gaben für das DRB-Team um Bundestrainer Maik Bullmann den Startschuss in die Titelkämpfe.

Karan Mosebach hatte mit Islam Opiev (RUS) gleich einen der stärksten Ringer dieser Gewichtsklasse aus dem Lostopf gezogen. Zwei Unachtsamkeiten münzte der Junioren-Weltmeister des Vorjahres in Punkte um und der russische Ringer gewann das Duell mit 7:0. Opiev, der bei den russischen Meisterschaften der Männer 2019 den 2. Platz belegte, kämpfte sich ins Finale, damit kann Karan Mosebach am Dienstagmorgen in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen.

Franz Richter stand in der Qualifikation Sarkhan Mammadov (AZE) gegenüber, der Aserbaidschaner nutzte gleich mit dem Anpfiff das Überraschungsmoment und stellte Richter mit einem blitzschnellen Kopfhüftwurf in die Ringerbrücke. Der Markneukirchner, der im Leistungszentrum Frankfurt(O.) unter den Fittischen von Maik Bitterling trainiert, kämpfte sich aus der gefährlichen Lage heraus und startete die Aufholjagd. Ende der ersten Runde nutzte er einen Fehler von Mammadov und glich zum 4:4 aus. In der zweiten Runde des Kampfes setzte Mammadov alles auf eine Karte und wollte mit einem Wurf die Entscheidung erzwingen. Franz Richter passte diesmal auf, fing den Aserbaidschaner ab und schulterte ihn. Im Viertelfinale traf Franz Richter auf Artur  Vititin (EST), der 2018 auch schon bei der Männer-Weltmeisterschaft 2018 in Budapest (HUN) mitkämpfte. Auch gegen den Esten geriet Franz Richter, der zu ungestüm am Mattenrand punkten wollte, in Rückstand. Der Markneukirchner machte weiter viel Druck und Vititin stand kurz vor einer Passivitätsverwarnung als ihm ein weiterer Schulterwurf gelang, mit dem er die 9:0-Führung herstellte, die zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit führte.  Im Halbfinale unterlag Wititin gegen den haushohen Favoriten Zviadi Pataridze (GEO), damit war für Franz Richter der Weg in die Hoffnungsrunde verbaut.

Auch Andrej Ginc gewann seinen Auftaktkampf gegen Ott Saar (EST), den er gleich in der ersten Runde mit 8:0-Wertungspunkten von der Matte fegte. Im zweiten Duell bekam es Andrej Ginc mit dem schon erfahrenen Erik Torba (HUN) zu tun, der im Vorjahr den Grand Prix von Deutschland in Dortmund gewonnen hatte. Torba nutzte einen Fehler von Andrej Ginc im Bodenkampf zur Führung, die er bis zum Kampfende bis auf 7:2 ausbauen konnte. Der Ungar kämpfte sich noch bis ins Halbfinale, wo er unterlag und das Finale damit verpasste. Damit kann Andrej Ginc auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde in die Kämpfe eingreifen und schied aus dem Titelrennen aus.

Am zweiten Kampftag greifen neben Karan Mosebach auch Witalis Lazowski (67 kg/SV Wacker Burghausen), sowie Jan Zirn (97 kg/KG Baienfurt) ins Kampfgeschehen ein.