Am vierten Wettkampftag der U-23-Weltmeisterschaft in Bukarest gab es die erste Medaille für die deutsche Auswahl, Elena Brugger (55 kg/TuS Adelhausen) setzte sich im kleinen Finale gegen Dominique Parrish (USA) mit 14:3 Punkten durch. Dabei lag die Südbadenerin bereits mit 0:3 zurück, als sie nach einem Beinangriff zur Beinschraube fasste und das US-Girl quer über die Matte rollte und so 14 Zähler zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit sammelte. Für Elena Brugger war es die insgesamt sechs Medaille, die die 21-Jährige bislang bei Welt- und Europameisterschaften bereits sammelte.

Am Vortag startete Elena Brugger mit einem technischen Überlegenheitserfolg (10:0) über Sviatlana Lamashevich (BLR) ins WM-Turnier. Den Viertelfinalkampf gewann die Südbadenerin gegen die Lokalmatadorin Suzanna Seicariu (ROU) mit 6:2 Wertungspunkten. Die spätere Weltmeisterin Saki Igarashi (JPN) stoppte im Halbfinale den Siegeszug der deutschen Ringerin und verwies Elena Brugger ins kleine Finale um Bronze, wo sich die DRB-Ringerin wie beschrieben gegen Dominique Parrish durchsetzte und Bronze gewann.

Auch Lisa Ersel (50 kg/SV Luftfahrt Berlin) schaffte den Sprung ins kleine Finale um Bronze, die Vize-Europameisterin der Junioren von 2016 in Dortmund verlor den Kampf allerdings hauchdünn mit 1:2 gegen Stefania Priceputu (ROU) und schrammte damit am Siegerpodium vorbei auf den 5. Platz. In diesem, von Taktik geprägtem Duell gab es ausschließlich Verwarnungspunkte, die Rumänin verteidigte den knappen Vorsprung, der Endspurt der DRB-Ringerin brachte keine Punkte. Ihren Auftaktkampf gewann Lisa Ersel mit 9:3 Punkten gegen Natassya Lu (CAN), im Viertelfinale kam dann allerdings das vorläufige Aus gegen Miho Igarashi (JPAN). Die Japanerin kämpfte sich bis ins Finale und holte sich später auch den Weltmeistertitel, für Lisa Ersel bedeutete das den Einzug in die Hoffnungsrunde. Dort sollte es dann zur Neuauflage des EM-Finals aus dem Vorjahr bei den Juniorinnen gegen Oksana Livach (UKR) geben, doch die Ukrainerin hatte sich am Fuß verletzt und trat nicht an. Damit rückte  Lisa Ersel kampflos ins kleine Finale, wo sie Bronze verpasste.

Mit einem wahren Sturmlauf kämpfte sich Luisa Niemesch (62 kg/SVG Weingarten) mit vorzeitigen Überlegenheitserfolgen gegen Pooja (IND), Olivia Henningsson (SWE) und Aurora Campagna (ITA) ins Halbfinale, wo die Ringerin aus Nordbaden gegen Ilona Prokopevniuk (UKR) mit 1:11 Wertungspunkten unterlag. Die Ukrainerin rückte ins Finale um Gold, Luisa Niemesch muss am Freitagabend gegen die Siegerin der Hoffnungsrunde (Sakhipjamal Aleuatdinova /UZB gegen Kayla Miracle/USA) antreten.

Ausgeschieden sind hingegen Francy Rädelt (76 kg) und Luzie Manzke (65 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.). Francy Rädelt verlor gleich den Auftaktkampf gegen Yasuha Matsuyuki (JPN), die später unterlag und damit das Finale verfehlte. Damit konnte Francy Rädelt auch nicht mehr in der Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen.
Auch Luzie Manzke (siehe Bild, Ove Gundersen) schied nach nur einem Kampf aus dem WM-Geschehen aus, gegen Moa Nygren (SWE) verlor die Oderstädterin mit 4:8-Punkten. Die WM-Dritte der U-23 aus dem Vorjahr unterlag im Halbfinale gegen Elis Manolova (AZE) und kämpft damit erneut um WM-Bronze, für Luzie Manzke war das WM-Turnier damit beendet.

Wenn Luisa Niemesch am Freitagabend zum Kampf um Bronze antritt, haben mit Niklas Dorn (61 kg) und Erik Thiele (97 kg/KAV Mansfelder Land) schon ihre ersten Kämpfe bestritten. Niklas Dorn muss in der Qualifikation gegen Islam Dudaev (RUS) antreten, Erik Thiele hat den Lokalmatador Rares Popescu (ROU) aus dem Lostopf gezogen.