Ab Montag ist Italien Schauplatz der Junioren-Europameisterschaften im Ringen, inmitten der Ferien und Urlaubszeit bereiteten sich auch die deutschen Ringerinnen und Ringer auf diese Titelkämpfe vor und reisen optimistisch in die ‘ewige Stadt’. Die Wettkämpfe werden nicht unmittelbar in Rom ausgetragen, sondern in der etwa 20 Kilometer entfernten Hafenstadt Ostia. Vor allem Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann dürfte an Ostia beste Erinnerungen haben, als er nach der Vereinigung der beiden deutschen Ringer- Verbände 1990 erstmals innerhalb der nun gesamtdeutschen Ringerauswahl antrat und in Ostia Weltmeister wurde. Auch Rifat Yildiz holte sich am Rand der italienischen Hauptstadt die Weltmeisterkrone, der heutige Sportdirektor Jannis Zamanduridis wurde damals Vizeweltmeister.

Optimismus bei den deutschen Ringern, die in beiden Stilarten der jungen Männer, aber auch bei den Juniorinnen starken Nachwuchs nach Ostia entsenden. Den Startschuss geben die Griechisch-Römisch-Spezialisten, die bereits am Montag auf die Matten treten.  28 Jahre nach seinem WM-Triumph kehrt Maik Bullmann mit einer Schar junger, erfolgshungriger Griechisch-Römisch-Spezialisten zurück nach Ostia. Mit Andrej Ginc (60 kg/SAV Torgelow) schickt er einen Athleten auf die Matten in der Arena Centro Olympico, nahe der Mittelmeerküste, der im Kadettenbereich auch schon internationale Medaillen gewann. Ginc holte bei den Europameisterschaften 2015 in Subotica (SRB) die Silbermedaille, noch im gleichen Jahr stand der Ringer, der im Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) trainiert, auch bei den Weltmeisterschaften auf dem Siegertreppchen, in Sarajevo (BIH) gewann Andrej Ginc die Bronzemedaille. 2018 gewann er, der mit seinem Bruder Alexander in Torgelow bei Uwe Bremer mit dem Ringen begann, souverän den Deutschen Meistertitel bei den Junioren und setzte sich auch bei den Männern in Burghausen gegen starke Konkurrenz durch. Auch Schwergewichtler Franz Richter (130 kg/AVG Markneukirchen) wurde 2018 in Hemsbach souverän Deutscher Juniorenmeister, bei den Männern gewann Richter, der wie Andrej Ginc in Frankfurt(O.) trainiert, Bronze.

Einen souveränen Auftritt hatten bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Hemsbach neben Richter und Ginc auch Anthony Sanders (72 kg/ESV München-Ost) und Steven Eckert (55 kg/KSV Köllerbach). Sanders gab erst im Finale seinen ersten Wertungspunkt im Turnierverlauf ab, setzte sich aber dann im Endkampf um Gold mit technischer Überlegenheit (10:1) gegen Erik Löser (RSK Gelenau) durch. Steven Ecker ließ in seinen drei Begegnungen gar nichts anbrennen, wurde mit vorzeitigen Siegen (jeweils 8:0 Punkte) Deutscher Juniorenmeister. Maik Bullmann nominierte mit Van Meier (63 kg/ASV Urloffen) einen weiteren Deutschen Juniorenmeister, sowie Nikolaos Papadopoulos (87 kg/SV Ebersbach), der bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften mit seinem vorzeitigen 8:0-Sieg über Maximilian Remensperger (AV Freiburg-St. Georgen) für eine Überraschung gesorgt hatte. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des diesjährigen Titelträgers Friedrich Fouda (ASV Plauen) wurde der Ringer aus dem württembergischen Ebersbach nominiert, nachdem er wie alle anderen Auswahlringer bei internationalen Wettkämpfen seine Leistung bestätigt hat.

Den Mittelteil der Wettkämpfe in Italien füllen die jungen Damen aus, die am kommenden Mittwoch bis Freitag um Titel und Medaillen kämpfen. Große Hoffnungen lasten auf den Schultern von Ellen Riesterer (SV Freiburg-Haslach), die im leichtesten Limit bis 50 kg die deutschen Farben vertreten wird. Schon bei den Europameisterschaften der U23 überzeugte die junge Dame aus Südbaden (siehe Bild, Jörg Richter) vor allem mit kämpferischer Leistung und gewann Anfang Juni in Istanbul (TUR) Bronze. Auch Serena Bölke (57 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), Debora Lawnitzak (59 kg), Janny Sommermeyer (62 kg/beide SV Luftfahrt Berlin) und Eyleen Sewina (65 kg/RSV Rotation Greiz) konnten bereits Erfahrungen bei internationalen Meisterschaften sammeln, während Jenny Hast (53 kg/RLZ Aschaffenburg) und Anne Nürnberger (55 kg/KSC Motor Jena) in Rom ihr EM-Debüt bestreiten.

Mit vollbesetzter Mannschaft reist Freistiltrainer Marcel Ewald nach Rom. Horst Lehr (57 kg/VfK Schifferstadt jubelte bereits im Vorjahr bei der Heim-EM der Junioren in Dortmund über Bronze und gilt damit auch in Rom als deutscher Hoffnungsträger auf Edelmetall. Auch Ramzan Awtaew (61 kg/TV Essen-Dellwig) und Tino Rettinger (70 kg/RWG Mömbris-Königshofen) vertraten die deutschen Farben bereits im Vorjahr, konnten jedoch nicht in die Kämpfe um die Medaillenvergabe eingreifen, gehen nun mit einigen Erfahrungen mehr in die Titelkämpfe von Rom. Adrian Wolny (65 kg/SV Triberg) steigt aus dem Kadetten- in den älteren Juniorenbereich auf und hat mit WM-Bronze 2016 schon einmal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Kevin Lucht (74 kg/KSV Pausa) gewann den Titel des Deutschen Juniorenmeisters 2018, kämpfte auch bei den Männern in Aschaffenburg gut mit, wo er Bronze holte und bestätigte bei weiteren, internationalen Vorbereitungswettkämpfen, so wie alle anderen Kaderringer auch, seine Nominierung für die Europameisterschaften in Rom.

Im Limit bis 79 Kilogramm vertritt Julian Gebhard vom SC Isaria Unterföhring den DRB, der schon 2015 bei den Kadetten bei EM und WM Erfahrungen sammelte, 2014 und 2015 bei den Europameisterschaften schon einmal auf internationaler Ebene Meisterschaften bestritt, aber nicht in die Kämpfe um die Medaillenvergabe eingreifen konnte. Johannes Deml (86 kg/RWG Mömbris-Königshofen) hingegen hat schon eine Bronzemedaille von den Europameisterschaften der Kadetten 2016 in seiner Sammlung, der Deutsche Juniorenmeister diesen Jahres, drang auch bei den Männern in Aschaffenburg in den Medaillenbereich vor und gewann Bronze. In den schweren Gewichtsklassen der Freistilversion liegen die Hoffnungen in Rom ebenso auf den Schultern von Ertogul Aqca (92 kg/TV Essen-Dellwig) und Alexander Biederstädt (97 kg), der Anfang Juli sein Einzelstartrecht vom RV Lübtheen zum 1. Luckenwalder SC übertrug.