Hannes Wagner (82 kg/AC Lichtenfels) ist bei den U23-Europameisterschaften in Istanbul unglücklich ausgeschieden, der Lichtenfelser unterlag im Viertelfinale gegen David Losonczi (HUN) hauchdünn mit 3:4. Ein Duell auf Augenhöhe, am Ende hatte der Ungar mit einem Punkt die Nase vorn. Nach der ersten Kampfrunde stand es 1:1, Wagner hatte einen Wertungspunkt durch eine Passivitätsverwarnung gegen den Ungarn erhalten, ließ sich jedoch auch einmal von der Kampffläche abdrängen. In Runde zwei blieb Losonczi vor allem am Mattenrand gefährlich und baute den Vorsprung durch Blitzangriffe am Mattenrand bis auf 4:1 aus. Alle Bemühungen Wagners den Rückstand aufzuholen blockte der Ungar geschickt ab. In der letzten Minute erhielt Losonczi dafür eine Verwarnung, die dem DRB-Ringer zwei Zähler einbrachten. Beim 4:3 sollte es bleiben, eine knappe Entscheidung, die den angehenden Polizisten wurmte. Der Ungar unterlag im Halbfinale gegen Vaag Margarian (RUS), verfehlte damit das Finale und so konnte Wagner auch nicht mehr in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen.

Dabei begann alles so gut am Morgen des zweiten Wettkampftages, Hannes Wagner ließ im Achtelfinale gegen Oskar Johansson (SWE) beim 4:0-Punktsieg nichts anbrennen, kämpfte souverän, “… man musste zu keinem Zeitpunkt Angst haben, dass der Schwede den Rückstand noch aufholen könnte”, so Bundestrainer Michael Carl zufrieden mit der Leistung seines Schützlings.

Auch im Viertelfinale erbrachte Wagner eine starke Leistung, wenn da die beiden Blitzangriffe des Ungarn vom Mattenrand ins Aus nicht gewesen wären, die ihm die Siegpunkte zum 4:3-Endstand brachten.

Jan Zirn (97 kg/KG Baienfurt) lieferte gegen Romas Fridrikas (LTU) einen starken Auftaktkampf ab, den er mit 11:5 Zählern für sich entschied. Doch dann stand Zirn eine Runde später gegen Vladen Kozliuk (UKR) beim 0:8 auf verlorenem Posten. Der Ukrainer zog mit einem weiteren, vorzeitigen Erfolg im Semifinalle gegen Martin Savolainen (FIN) in den Endkampf um die Goldmedaille ein und so steht Jan Zirn am Mittwoch im Hoffnungsrundenkampf dem Serben Janko Ivetic gegenüber. Im Falle eines Sieges kämpft der DRB-Ringer, der erst aus dem Juniorenbereich in die U-23 aufstieg, gegen Martin Savolainen um EM-Bronze.

Zirn ist die einzige Medaillenhoffnung der deutschen Griechisch-Römisch-Spezialisten in Istanbul, nachdem an ersten Kampftag der U-23-EM bereits Jello Krahmer (130 kg/ASV Schorndorf), Karan Mosebach (77 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) und Christopher Krämer (63 kg/TSV Westendorf) ausgeschieden sind.

Wenn Jan Zirn am Mittwochmorgen in der Hoffnungsrunde kämpft, treten auch die ersten Damen zum Kampf um die Titel und Medaillen an. Ellen Riesterer (50 kg/Freiburg-Haslach) zog mit Milana Dadascheva (RUS) gleich die 3. der diesjährigen Frauen-Europameisterschaft zum Viertelfinalduell aus dem Lostopf, während Elena Brugger (55 kg/TuS Adelhausen) ebenfalls bereits im Viertelfinale gegen Jeannie Kessler (AUT) kämpfen wird. Auch Francy Rädelt (76 kg) steht bereits im Viertelfinale und trifft dort auf Anastasiia Shustova (UKR) zum Kampf um den Einzug ins Halbfinale. Die Ukrainerin ist kein unbeschriebenes Blatt, genau wie Francy Rädelt belegte sie im Vorjahr bei den U-23-Weltmeisterschaften in Bydgosczc (POL) den Bronzerang.