Zum Start der U23-Europameisterschaft in Novi Sad (Serbien) gingen die deutschen Griechisch-Römisch-Spezialisten leer aus. Nachdem am ersten Kampftag Andrej Ginc (63 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) und Franz Richter (130 kg/AVG Markneukirchen) vorzeitig aus dem Titelrennen ausschieden und nur Karan Mosebach (77 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) die Hoffnungsrunde erreichte, gab es auch am zweiten Tag für Witalis Lazowski (SV Wacker Burghausen) und Jan Zirn (97 kg/KG Baienfurt) nichts zu holen.

Karan Mosebach (77 kg/RSV Hansa 90 Frankkfurt/O.) scheiterte in der Hoffnungsrunde an George Mariea (ROU), nachdem er bereits in Führung lag. In der zweiten Runde wurde Mosebach nach einem Wurfversuch vom Rumänen geschultert.
Am Vortag hatte Karan Mosebach gegen Islam Opiev (RUS) mit 0:7 verloren, da der russische Ringer im weiteren Turnierverlauf ins Finale einzog, konnte der DRB-Starter am Dienstagmorgen in der Hoffnungsrunde weiter kämpfen.

Neu ins Kampfgeschehen griffen am zweiten Wettkampftag Witalis Lazovski (67 kg/SV Wacker Burghausen) und Jan Zirn (97 kg/KG Baienfurt) ins Kampfgeschehen ein, die beide keine Qualifikation bestreiten mussten und im Achtelfinale die Kämpfe aufnahmen. Jan Zirn traf auf den Aserbaidschaner Arif Niftullayev, der den DRB-Starter mit einem Blitzangriff überraschte. Zwar fing sich Zirn und kämpfte in der zweiten Runde auf Augenhöhe, konnte den 0:6-Rückstand jedoch nicht wett machen. Niftullayev scheiterte im Halbfinale am starken Georgier Melia, damit konnte Jan Zirn am Mittwochmorgen auch nicht mehr in der Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen und schied nach nur einen Kampf aus.

Bitter traf es Witalis Lazowski, der im Achtelfinale den Rumänen Alexandru Solomon vor der Brust hatte. Solomon kassierte die erste Passivitätsverwarnung und Lazovski schaffte im Boden eine Rolle zum 3:0.  In der zweiten Runde glich der Rumäne mit der gleichen Situation im Bodenkampf zum 3:3 aus und hatte mit der zuletzt vergebenen Wertung die Nase vorn. Der Deutsche Meister des Vorjahres aus Burghausen wollte die Entscheidung, machte Druck und schob den Rumänen von einer Ecke der Matte in die andere, ohne das die Kampfrichter die passive Kampfweise ahndeten. „Zwei Minuten hat Solomon passiv gerungen, es gibt doch Regeln, die so eine Art des Ringens verhindern sollen“, schimpfte Bundestrainer Maik Bullmann, der jedoch nur ein Schulterzucken des Kampfgerichts erntete. Auch Salomon verlor das Halbfinale, womit für Lazovski der Weg in die Hoffnungsrunder verbaut war.

„Wir brauchen nichts zu beschönigen, wir haben hier in Novi Sad vor allem im technischen Bereich unser Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft“, gibt Bundestrainer Maik Bullmann Andrej Ginc und Franz Richter, die erst vom Juniorenbereich in die Altersklasse U23 aufrückten, noch Welpenschutz. „Allein über den Kampf kann man in der U23 und noch weniger bei den Männern in den Medaillenbereich vorrücken“, so Bullmann in Richtung Jan Zirn und Witalis Lazovski, die aufopferungsvoll kämpften, aber keine Siegpunkte einheimsen konnten.

Am Mittwoch greifen die jungen Damen ins Kampfgeschehen ein, die nun die Medaillenhoffnungen des DRB-Teams tragen. Ellen Riesterer (55 kg/Freiburg), die das DRB-interne Ausringen gegen Annika Wendle (ASV Altenheim) gewonnen hatte, trifft in der Qualifikationsrunde auf die Polin Alicja Czyzowicz und Francy Rädelt vom RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) tritt gleich im Viertelfinale gegen Ramona Vovchak (UKR) an.

Bild: Der Burghauser Witalis Lazovski (links) mit Bundestrainer Maik Bullmann. Foto: Jörg Richter