Die Freistilringer haben ihre Kämpfe bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) beendet und übergaben das Geschehen am nun an die Frauen. Von Donnerstag bis Sonntag setzen dann die Griechisch-Römisch-Spezialisten den Schlusspunkt hinter die Welttitelkämpfe, die schon an den ersten Tagen die Fans in der Laszlo-Papp-Arena in Atem hielten.
Spitzenringkampf vor ausverkaufter Arena am vergangenen Sonntag, wobei es im Limit bis 74 kg erneut zum Aufeinandertreffen zwischen den Weltmeistern von 2017, Jordan Borroughs (74 kg/USA) und Frank Chamizo (70 kg/ITA) kam – Chamizo rückte von der 70 Kilogramm-Klasse ins schwerere Limit bis 74 Kilogramm auf, wo beide Weltklasseathleten allerdings im Kampf um Bronze aufeinander trafen, Borroughs holte sich 30 Sekunden vor Kampfende die letzte und entscheidende Wertung zum 4:4 und damit zu Bronze.
Eine ganze Reihe von Favoriten stürzte in Budapest, so unterlag der Olympiasieger von Rio 2016 und Vizeweltmeister von 2017, Taha Akgul (TUR), im Viertelfinale und schied zum Leidwesen des deutschen Schwergewichtlers Nick Matuhin aus, der nur beim Finaleinzug des Türken in die Hoffnungsrunde gerückt wäre. Ohne Akgul war die Bahn für Geno Petriaschwili (GEO) frei zur erfolgreichen Titelverteidigung.
Überragend die Freistilringer aus den USA, die durch Kyle Dake (79 kg), David Taylor (86 kg) und J’den Cox (92 kg) gleich drei Weltmeistertitel gewannen. Nur eine Goldmedaille fehlte in der Sammlung der US-Boys, nämlich die von Kyle Snyder (97 kg), der im letzten Kampf der Freistilspezialisten am Dienstagabend, des zum ‘Teil 2 des Jahrhundertkampfes’ hochstilisierten Duells, seinen Titel von Paris an Abdulrashid Sadulaev (RUS, siehe Foto: Jörg Richter) abtreten musste. Hatte Sadulaev in Paris knapp nach Punkten das Nachsehen, so schulterte er Snyder in Budapest nach nur einer halben Minute Kampfzeit.
Das zweite Aufeinandertreffen der beiden derzeit wohl besten Freistilringer der Welt hielt auch diesmal was es versprach: Knisternde Spannung und dann der Aufschrei der russischen Fans, als Sadulaev den Gegner mit einem Beinangriff von den Beinen riss und ihn auf den Schultern festhielt. Der erst 22-jährige Sadulaev und der nur ein Jahr ältere Snyder versprechen wohl noch einige ‘Jahrhundertkämpfe’.
Feiern die Russen und US-Ringer, sowie die Georgier an der Spitze der Länderwertung ihre Titel und Medaillen, so stellen sich die deutschen Ringer in dieser Stilart hinten an. Den einzigen Sieg holte Vize-Europameister Martin Obst (79 kg/1. Luckenwalder SC) in seinem Auftaktduell gegen Jasmit Phulka (CAN), der Luckenwalder verlor anschließend im Achtelfinale gegen den späteren Weltmeister Kyle Dake (USA) und musste sich auch im Hoffnungsrundenduell gegen Davit Khutsischwili (GEO) beugen.
Nick Matuhin (125 kg/1. Luckenwalder SC), Ahmed Dudarov (86 kg/SV Triberg) unterlagen in ihren Auftaktbegegnungen den Vizeweltmeistern des Vorjahres Taha Akgul (TUR) und Boris Makoev (SVK) und schieden aus und auch der erst 22-jährige Erik Thiele (97 kg/KAV Mansfelder Land) verlor gleich seinen Auftaktkampf gegen den späteren Dritten Abraham Conyedo Ruano (ITA) und war damit ebenfalls aus dem Rennen.
Die Ringermatte gehört nun den Damen, bei denen nach zwei Tagen abzusehen ist, das die internationale Spitze immer breiter wird. Lateinamerikanische Länder machen den sieggewohnten Damen aus Osteuropa und Asien schwer zu schaffen, auch Nigeria mischt sich verstärkt unter die Besten der Welt. Die deutschen Ringerinnen konnten dagegen noch nicht in die Medaillenkämpfe eingreifen.
Nachdem sich Aline Focken (76 kg/KSV Krefeld) nach zwei Auftakterfolgen schon dicht an die Duelle um die Medaillenvergabe herangepirscht hatte und gegen die Olympiasiegerin Erica Wiebe (CAN) schon 4:1 führte, ließ die Kanadierin mit einem grandiosen Endspurt zum 6:4 den Medaillentraum der Vize-Weltmeisterin des Vorjahres platzen. Wiebe verlor ihren Halbfinalkampf gegen die dreifache Weltmeisterin Adeline Gray (USA) und Aline Focken konnte damit auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen. Maria Selmaier (72 kg/KSC Motor Jena) schied nach ihrer Auftaktniederlage gegen Naruha Matsuyuki (JPN) ebenso aus wie Anna Schell, die von Blessing Oborududu (NGR) mit 2:12 ausgepunktet wurde.
Die vielen deutschen Fans, die nach Budapest gereist sind, sahen damit auf der einen Seite hervorragenden Ringkampfsport, üben sich jedoch im Hinblick auf die weiteren, deutschen Starterinnen im Frauenbereich, sowie den Griechisch-Römisch-Spezialisten mit Weltmeister Frank Stäbler und Vizeweltmeister Denis Kudla an der Spitze, weiter in Optimismus.









