Am Dienstagabend war es so weit: Der Markneukirchner Ringer Franz Richter schrie seine Freude über den Gewinn der Bronzemedaille laut heraus, umarmte Bundestrainer Maik Bullmann und seinen Stützpunkttrainer Heinz Thiel, der ihn in Frankfurt(O.) gemeinsam mit Maik Bitterling betreut. Freudestrahlend lief Franz Richter eine Ehrenrunde um die Ringermatte, mit der deutschen Fahne, die ihm Heinz Thiel gereicht hatte. Eine gefährliche Sache für den Coach, denn fast hätte ihn Richter im Überschwang der Freude auf die Matte geworfen.

6 Wochen nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Rom (ITA), hatte Franz Richter nun bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Trnava (SVK) Bronze gewonnen. Im kleinen Finale um Bronze ließ Richter, der seit 2011 Mitglied des AV Germania Markneukirchen ist, zeitgleich aber auch im Ringerzentrum Frankfurt(O.) trainiert, gegen Beka Madaridze (GEO) nichts mehr anbrennen. Mit einer überzeugenden Leistung holte er Punkt für Punkt zum 10:0-Überlegenheitssieg.

„Eine souveräne Leistung, damit hat er seine Zugehörigkeit zur Weltspitze in diesem Altersbereich unterstrichen“, lobte DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis die gesamte Turnierleistung Richters.

Franz Richter begann in der Qualifikation mit einem souveränen Sieg durch technische Überlegenheit (9:0) gegen den Japaner Sota Okumura. Im Achtelfinale folgte ein schwerer Kampf gegen Anton Savenko (KAZ), gegen den er 2015 bei den Weltmeisterschaften der Kadetten auch schon knapp verloren hatte. Diesmal gelang dem Markneukirchner ein 3:3, bei dem er bedingt durch die höhere Wertung die Nase vorn hatte und ins Viertelfinale einzog. Nach diesem schweren- und sehr aufwendigen Kampf stand im Viertelfinale das Duell gegen den amtierenden Asienmeister Amin Mirzazadeh (IRI) an. Gegen den Iraner fehlte am Ende das letzte Quentchen Glück und auch etwas Gewicht, denn der Mizazadeh dürfte weitaus mehr auf den Rippen haben, als Richter mit nicht einmal 110 kg. Mit einem Verwarnungspunkt ging der Schützling von Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann in Führung, doch in Runde zwei schob der Iraner den DRB-Ringer zweimal ins Aus und verteidigte das 2:1 gegen den Endspurt Richters.

Mirzazadeh erreichte das Finale und so konnte Franz Richter in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen, wo er auf Fatih Bozkurt traf. Bundestrainer Maik Bullmann hatte den Schwergewichtler hervorragend eingestellt und Richter gewann durch eine taktische Meisterleistung mit 1:1 Punkten. „Das ist zwar kein schönes Ringen, aber er hat den Sieg super nach Hause gebracht, warum soll er da ein Risiko eingehen“, so Maik Bitterling, der zu den Kämpfen seiner beiden Schützlinge aus dem Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) extra aus dem internationalen Trainingscamp aus Danzig (POL) nach Trnava (SVK) gekommen war.

„Ein schönes Gefühl“, strahlt der 2-Meter-Hüne mit der WM-Medaille in der Hand, im Blitzlichtgewitter der Siegerehrung.

Nicht ganz so erfolgreich verlief das WM-Turnier für Europameister Andre Ginc (60 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt(O.), der seinen Auftaktkampf gegen Libin Ding (CHN) mit 7:1 Punkten gewann. Im Viertelfinale traf Ginc, der vom SAV Torgelow nach Frankfurt(O.) kam, auf den haushohen Favoriten Ali Nejati (IRI), gegen den Ginc chancenlos war.
Doch dann der Schock, als der Iraner überheblich in den Halbfinalkampf ging und vom Inder Vijay gleich zum Beginn des Duells geschultert wurde. Da nur die Kontrahenten der Finalisten in der Hoffnungsrunde weiter kämpfen dürfen, bedeutete die Niederlage des Iraners das Aus für Ginc. „Wir haben fest mit einem Finaleinzug Nejati’s gerechnet, so hätte Andre Ginc zumindest noch die Chance auf Bronze gehabt“, schüttelte Bundestrainer Maik Bullmann den Kopf.

Mit Anthony Sanders (72 kg/ESV München-Ost) hat Bullmann am letzten Kampftag der Griechisch-Römisch-Spezialisten noch ein Eisen im Feuer. Nach Siegen über Krasimir Krumov (BUL) mit 5:2 Punkten und Titas Kersevicius (LTU) den er mit 3:2 Zählern in die Schranken wieß, unterlag Sanders gegen Amin Kavijaninejad (IRI), der allerdings das Finale erreichte. Damit kann Sanders in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, wo er auf Alijon Khuseynov (UZB) trifft. Im Falle eines Sieges steht Anthony Sanders am Abend im Kampf um Bronze.

Während die Griechisch-Römisch-Ringer am Mittwoch ihre Kampfe beenden, steigen die Juniorinnen ins Kampfgeschehen ein, wobei der Deutsche Ringer- Bund auch bei den jungen Damen Medaillenhoffnungen hegt.

Foto: Jörg Richter, mit seinem Sohn Franz