Seit langem arbeiten die besten Ringer auf die Weltmeisterschaft 2019 hin, die vom 13.-22. September in Nur-Sultan (Kasachstan) ausgetragen wird. Doch es ist keine Weltmeisterschaft, wie zuletzt in Budapest 2018, oder Paris 2017, sondern zugleich die erste Olympiaqualifikation für Tokio 2020. Und das Ticket für die Olympischen Spiele, die in einem Jahr ausgetragen werden, dürfte für manch einen Ringer mehr wert sein, als der Weltmeistertitel.

An den neuen Namen der Hauptstadt Kasachstans muss man sich allerdings erst einmal gewöhnen. Noch vor wenigen Monaten hieß die Stadt in der weiten Steppe, am Ufer des Flusses Ischim, Astana. Doch das war nicht der erste Namenswechsel; die erst 1830 als russische Festung gegründete Stadt hieß zunächst Akmolinsk, später auch Zelinograd und von 1992 bis 1998 Aqmola.

Das heutige Nur-Sultan wurde 1997, nach der Loslösung von der Sowjetunion zur Hauptstadt Kasachstans und erhielt ein Jahr später den Namen Astana. Den neuen Namen Nur-Sultan erhielt die Stadt auf Vorschlag des Präsidenten Quassim-Schomart Toqaev, der damit seinen Vorgänger Nur-Sultan Nasarbajew ehrte, der von 1990 bis 2019 die Geschicke Kasachstans als Präsident leitete.

Die Weltmeisterschaft der Männer und Frauen in Nur-Sultan geistert schon seit Monaten durch die Köpfe der deutschen Spitzenathleten, die sich akribisch auf diesen Wettkampf vorbereitet haben, an dem eben auch das Olympiaticket hängt, von dem wohl jeder Sportler von Kindheit an träumt. In Trainingslehrgängen, internationalen Wettkämpfen und am Ende auch im direkten DRB-Internen Ausringen wurde der Kreis der deutschen Teilnehmer immer weiter eingeschränkt. Nun haben sich die drei Bundestrainer, Michael Carl (griechisch-römischer Stil), Patrick Loes (Frauen) und Jürgen Scheibe (freier Ringkampf), auf ihr WM-Team festgelegt, das die deutschen Farben in Nur-Sultan vertreten wird.

Bild: Ausnahmeathlet Frank Stäbler (links) will es nicht nur bei der WM wissen, er will zu Olympia 2020. Foto: Jörg Richter