Diese Weltmeisterschaften boten ein sehr hohes Niveau in dieser Stilart.  Da es die erste Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 und eine Teilnahme Voraussetzung für weitere Qualifikationswettkämpfe darstellt, waren die Gewichtsklassen immens quantitativ besetzt. Die Reduzierung von 10 auf nur 6 olympische Klassen konzentrierte Weltklasseathleten in diesem Bereich und erzeugte Überraschungen, wie das Ausscheiden des 2fachen Olympiasiegers und mehrfachen Weltmeister Roman Vlasov (Russland). Das hätte in der sehr gut frequentierten Bary-Arena der kasachischen Hauptstad Nur-Sultan, früher Astana, keiner erwartet, jedoch die Einheimischen insgeheim gehofft. Sie trieben ihren Athleten mit ohrenbetäubendem Lärm zum Sieg gegen den Russen.

Eine Außenseiter rolle nahm das dreiköpfige Team der Swiss Wrestling Federation ein. Mittelgewichtler Ramon Betschart (87 kg, Kriessern) und Halbschwergewichtler Damian Von Euw (97 kg, Brunnen) hatten es mit ihren 21 Jahren schwer, gegen die bereits erfolgreiche und ältere Konkurrenten zu bestehen. Betschart unterlag gegen Stadub (Weissrussland) mit 7 zu 1 Punkten, Von Euw erging genauso gegen Omarov (Tschechien). Er verlor mit 0 zu 9 Punkten. Sie erhielten als erste eine Passivitätsverwarnung mit angewiesener Unterlage am Boden. Den zwingenden Durchdrehern ihrer Gegner widerstanden beide nicht.

Die Resultate:

87 kg: Mikalai STADUB (BLR) df. Ramon Rainer BETSCHART (SUI) 7:1
97 kg: Artur OMAROV (CZE) df. Damian VON EUW (SUI) 9:0

Vetsch dem Ticket nahe

Als dritter Ringer für die Schweiz rang Andreas Vetsch bis 67 Kilo (Oberriet-Grabs). Er bezwang in seinem Auftaktkampf den Tschechen Morbitzer mit 5:0. Dann folgte der Russe Surkov. Eine glatte 0 zu 9 Niederlage. Aber, da der das Finale erreichte, ermöglichte es Vetsch, über die Hoffnungsrunde weiter zu gehen. Die nutzte er im folgenden Tag, nach einer erneuten Abwaage, mit einem Sieg über den Taiwaner Chen. Aber er befand sich noch nicht am Ziel. Einen Sieg benötigte er noch zur Finalteilnahme um Platz 3 und damit den Quotenplatz für Olympia. In den Weg stellte sich Nemes aus Serbien. Ein Fight beider Athleten bis an das Limit. Der Schweizer gab in der Bodenlage die Wertungen ab. Im zweiten Durchgang bedrängte er den Südeuropäer ständig, doch die Kampfrichter überzeugte er nicht. Es blieb bei der Niederlage.

So dicht am Olympiaticket vorbei

Andreas VETSCH (SUI) df. Matous MORBITZER (CZE) 5:0
Artem SURKOV (RUS) df. Andreas VETSCH (SUI) 0:9
Andreas VETSCH (SUI) df. Yan-Kai CHEN (TPE) 8:5
Mate NEMES (SRB) df. Andreas VETSCH (SUI) 3:0

Fazit

Die Athleten des schweizerischen Verbandes müssen noch einmal zulegen, um über die beiden kommenden Turniere ein Ticket ergattern zu können. Das bedeute, noch mehr am Angriffs- und Verteidigungsbereich zu feilen und jeweils die optimal körperliche Fitness bereitzustellen. Das wird nicht minder schwer, da beim Europaturnier (nicht die Europameisterschaft) und dem Weltturnier jeweils nur die beiden Finalisten sich qualifizieren. Es sei ihnen gegönnt, aber die Athleten und Trainer müssen Geduld beweisen, denn die Ringer sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung.

Bild: Andreas Vetsch verpasste knapp die Olympia-Qualifikation für Tokio 2020. Foto: Gerhard Remus