Das große Aushängeschild des deutschen Ringkampfsportes ist der dreifache Weltmeister Frank Stäbler, der in drei aufeinanderfolgenden Welttitelkämpfen, in drei verschiedenen Gewichtsklassen Gold gewann. Nun speckt der Griechisch-Römisch-Spezialist vom KSV Musberg (WTB) ins olympische Limit bis 67 Kilo ab. Beim Grand Prix in Dortmund bezwang Frank Stäbler Anfang August den amtierenden Weltmeister Artem Surkov (RUS) klar nach Punkten und setzte damit auch   in dieser Gewichtsklasse ein dickes Ausrufezeichen.

Doch Bundestrainer Michael Carl hofft auch auf die Kampfstärke von Denis Kudla (87 kg/SV Alemannia Nackenheim), der bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 Bronze gewann und auch mit dem Vize-Weltmeistertitel 2017 unterstrich, dass er zur Weltspitze gehört. Bei den diesjährigen Europameisterschaften in Bukarest kämpfte sich Denis Kudla mit einer spektakulärer Leistung über die Hoffnungsrunde bis ins kleine Finale und gewann die Bronzemedaille.

Kann Roland Schwarz seine schon sensationell anmutende Leistung von den diesjährigen Europameisterschaften wiederholen? In Rumänien warf er auf dem Weg ins Finale gleich mehrere Weltklasseringer aus dem Rennen, erst im Kampf um Gold wurde der DRB-Ringer vom zweifachen Olympiasieger Roman Vlasov aus Russland gebremst. Wenn der junge Athlet, der sein Einzelstartrecht vom ASC Bindlach zum SV Wacker Burghausen verlegte, erneut so respektlos und angriffsorientiert kämpft, muss der Traum von einer WM-Medaille laut Bundestrainer Michael Carl für Roland Schwarz keiner bleiben.

Den Bock umstoßen will auch Schwergewichtler Eduard Popp, der bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, aber auch bei den Weltmeisterschaften 2017 in Paris, sowie den Welttitelkämpfen, ein Jahr später in Budapest jeweils fünfte Ränge erzielte. In Nur-Sultan wäre ein fünfter Platz nicht schlecht, würde es doch das Ticket nach Tokio 2020 bedeuten. Dennoch will der Ringer vom VfL Neckargartach endlich auch auf das Treppchen.
Den Durchbruch möchte auch Etienne Kinsinger schaffen, der im Kadetten- und Juniorenbereich fleißig internationale Meisterschaftsmedaillen sammelte. Doch bei den Männern platzierte sich der Saarländer bislang nur bei internationalen Pokalwettkämpfen auf vorderen Rängen, auf Edelmetall bei Welt- und Europameisterschaften wartet der Köllerbacher dagegen noch.
Papiergewichtler Fabian Schmitt kämpfte sich über die Thor Masters in Dänemark ins DRB-Auswahlteam und bedankte sich bei den diesjährigen Europameisterschaften mit einer Bronzemedaille bei Bundestrainer Michael Carl für die Nominierung. Nun steht Schmitt, der beim Grand Prix in Dortmund Bronze gewann, im WM-Aufgebot.

Nach langer Auszeit ist auch Peter Öhler (98 kg) wieder mit im Boot – sprich im Wüstenschiff nach Nur-Sultan. Bei den Weltmeisterschaften 2018 in Budapest patzte der Schwarzwälder, der dann beim Grand Prix 2019 mit Silber glänzte. Die nach oben zeigende Formkurve will Peter Öhler nun auch in Nur-Sultan fortschreiben.

Mit Michael Widmayer (72 kg) stieß ein junger Ringer zum Greco-Team, der bei den Deutschen Meisterschaften in Kaufbeuren (Allgäu) den Titel gewann, sich in diesem Jahr aber auch bei den Thor Masters mit Rang drei und bei den Europameisterschaften in Bukarest mit dem achten Platz in Szene setzte.

Die letzte, offene Position (82 kg) wurde durch Pascal Eisele besetzt, der gegen den EM-Fünften Hannes Wagner die Fahrkarte nach Nur-Sultan im Limit bis 80 Kilo auskämpfte und sich im DRB-internen Vergleich durchsetzte. Eisele gewann 2016 den Europameistertitel in Riga (Lettland) und überraschte bei den Weltmeisterschaften 2017 in Paris mit Bronze.