Pascal Eisele (80 kg) gewann am Dienstagabend, bei den Weltmeisterschaften in Paris (FRA) die Bronzemedaille, auf dem Weg zu Edelmetall bezwang der Griechisch-Römisch-Spezialist, der für den SV Fahrenbach auf die Matte geht, mit Aslan Atem (TUR) und Zurabi Datunashvili (GEO) Gegner mit Weltklasseformat, bot jedoch auch in der Hoffnungsrunde gegen Alex Bjurberg Kessidis (SWE) einen großen Kampf. Nur der später als neuer Weltmeister gekürte Armenier Maxim Manukyan erwieß sich im Viertelfinale als eine Nummer zu groß. Am Ende wurde es WM-Bronze für den 25-jährigen Sportpolizisten – ein riesen Erfolg, der auch gebürend gefeiert wurde. 

Der Jubel nach dem Sieg im Duell um Bronze war unbeschreiblich, wie hast du den Finalkampf empfunden ?
Pascal Eisele: „Das Duell gegen Zurabi Datunashvili war hart, ich bin schwer in den Kampf gekommen, er hat sehr hektisch agiert und mich damit immer wieder aus dem Konzept gebracht. Es war ein sehr harter Gegner, ist nicht umsonst Europameister und war schon bei zwei olympischen Spielen dabei. Aber ich wusste, das ich meine Punkte machen kann, habe auch nach dem Rückstand nicht aufgesteckt. Was dann passiert ist war einfach unbeschreiblich, so einen Finalkampf mit einem Schultersieg zu beenden ist schon was ganz Besonderes“.

Ihr seit in Paris als Team aufgetreten, spürt man den Zusammenhalt und das Miteinander auch beim Kampf auf der Matte ?
Pascal Eisele: „Da wurde schon so viel drüber gesagt, der Zusammenhalt ist extrem, Jeder hilft Jeden, Jeder freut sich über den Erfolg des Anderen. Auch wenn jemand ausgeschieden ist, er bleibt, feuert an und hilft als Trainingspartner. Wir sind eben schon seit dem Kadettenbereich zusammen, da kann man schon von einer Teamleistung sprechen“.

Hat dich der Trainer auf diesen schweren Kampf gegen den Europameister ganz besonders vorbereitet und motiviert ?
Pascal Eisele: „Er hat mich nicht anders als sonst motiviert, auch wenn es das Finale um Bronze war. Dieses Duell war genauso wichtig, wie die Kämpfe vorher. Wir besprechen wie wir in den Kampf hinein gehen und das habe ich umgesetzt“.

Wer war der erste Gratulant, außer die Teamgefährten und Trainer ?
Pascal Eisele: „Der erste Gratulant außerhalb der Mannschaft und des Trainerteams war Kadir Kaliscan, mit dem ich schon lange befreundet bin, wir haben schon in Fahrenbach zusammen gerungen“.

Du bist inzwischen bekannt für außergewöhnliche Techniken, wurdes 2016 mit der Kopfklammer Europameister, hier in Paris konntest du mehrfach mit dem Kopfhüftwurf punkten, Vize-Weltmeister Atem und Europameister Datunashvili gar schultern. Trainierst du solche Situationen speziell und wer hat die Ideen dazu ?
Pascal Eisele: „Die Kopfklammer habe ich damals mit 14 Jahren schon in Fahrenbach angeeignet, zusammen mit Frank Münzenberger und Maik Bauer. Ich habe schon damals gemerkt, dass mir diese Technik sehr liegt. Den Hüftwurf habe ich mir selbst angeeignet. Da ich damit auch gegen absolute Spitzenringer punkten möchte, muss ich diese Techniken auch speziell trainieren“. 

Wie gehts jetzt weiter, erstmal Urlaub, oder stehen gleich Bundesligakämpfe an, die am kommenden Wochenende schon beginnen ?
Pascal Eisele: „Ich gehe für die Red Devils an den Start, bestreite da die Rückrunde im Limit bis 80 kg, im griechisch-römischen Stil. Dadurch habe ich die Hinrunde frei, daher kann ich auch erst einmal 2-3 Wochen Urlaub machen, etwas Abstand von der Matte bekommen. Aber ich freue mich auch auf die Bundesliga, wir sind ein sehr harmonisches Team, es passt alles gut und das Mannschaftsgefüge stimmt“.

Das Interview führte Jörg Richter