Fabian Schmitt (rotes Dress) kehrt den Grizzly Nürnberg den Rücken und startet in der kommenden Saison für Wacker Burghausen. Foto: Johannis Nürnberg/Besold

 

„Wir spielen mit dem Gedanken unsere Mannschaft aus der DRB-Bundesliga zurückzuziehen.“ Die Sorgenfalten von Johannis-Präsident Dino Noth werden nach dem Abgang von aktuell vier Ringern immer größer. Allein dass Fabian Schmitt die Grizzlys den Rücken kehrt und künftig für den bayerischen Ligakonkurrenten und amtierenden Deutschen Meister SV Wacker Burghausen antreten wird, sorgt bei den Verantwortlichen der Norisstädter nur für Achselzucken und Kopfschütteln.

„Unser Kapitän geht von Bord, das trifft uns wirklich hart“, so Noth, der eigentlich mit einer festen Zusage von Fabian Schmitt gerechnet hatte. Schmitt war in der vergangenen Bundesliga-Saison ein echter Punktegarant. Verlor er in der Vorrunde im Limit bis 61 Kilogramm nur gegen den Westendorfer Christopher Kraemer und Burghauser Virgil Munteanu, so blieb der Greco-Spezialist in der Rückrunde bis 57 Kilogramm sogar ohne Niederlage. Künftig schließt sich Roland Schwarz (80 kg/Greco) TuS Adelhausen an. Selbst Olegk Motsalin, der in der Gewichtsklasse bis 75 und 80 Kilogramm im freien Stil für Furore sorgte, wird seine Siege künftig woanders feiern. Denn der VFL Neckargartach bot dem Griechen schlicht mehr Gage. „Jetzt schlagen die Vereine mit mehr Geld zu und locken die Ringer mit enorm hohen Beträgen. Der Deutsche Ringer-Bund wollte eigentlich mehr für die kleinen finanzschwachen Vereine wie uns etwas tun, daher soll auch das Punktesystem eingeführt werden“, so Noth. Mit Nico Sausenthaler verlässt eine große Nachwuchshoffnung die Grizzlys in Richtung SpVgg Freising. Er wird für die Oberbayern auf die Matte gehen.

Überhaupt nicht sicher ist die Weiterverpflichtung von Reineri Salas Perez. Der Kubaner, der den Nürnbergern in der Gewichtsklasse bis 98 und 130 Kilogramm zur Verfügung stand, bekommt wohl Druck vom eigenen Verband. „Er hat signalisiert bei uns bleiben zu wollen“, betont Noth. Angeblich schreibt der kubanische Verband seinen Ringern vor, wie viel sie zu verdienen haben, um auch von diesem Kuchen was abzubekommen. „Ein Unding, wir können den Geldbeutel nicht weiter aufmachen. Es ist für uns nicht tragbar“, so der Präsident. Er macht mehr als deutlich: „Wir sind jetzt massiv geschwächt und müssen ernsthaft überlegen, ob wir nicht unsere Erste zurückziehen, um dann mit der zweiten Mannschaft in der neu strukturierten Oberliga-Nord zu starten.“

Selbst Sponsoren, Gönner und Förderer können sich mit diesem Gedanken noch nicht zu richtig anfreunden. Ob Johannis Nürnberg nach 37 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit letztendlich diesen Schritt wagt, hängt noch von weiteren Gesprächen ab.